Elektroauto oder Hybrid Welche Faktoren beeinflussen die Wahl des alternativen Antriebs?

Audi investiert rund 100 Millionen Euro in Ladeinfrastruktur an eigenen Standorten.
Stromer oder Hybridfahrzeug? Acxiom wollte wissen, welche Personengruppen sich für ein Auto mit alternativem Antrieb entscheidet und aus welchen Gründen.

Am 01.01.2020 rollten 136.617 Elektro- und 539.383 Hybridfahrzeuge auf deutschen Straßen. Das entspricht einem Anstieg von rund 64 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt. Doch wer entscheidet sich für ein derartiges Auto? Das hat Acxiom mit Hilfe der Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes untersucht.

Stromer und Hybridfahrzeuge erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Doch wer kauft welchen Fahrzeugtyp? Und gibt es Unterschiede zwischen den beiden Käufergruppen? Der Datenspezialist Acxiom hat die Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes statistisch ausgewertet und mithilfe der Markt-Media-Studie best for planning die verschiedenen Merkmale von Elektroauto- und Hybrid-Fahrern vergleichend analysiert, um so ein genaueres Bild der verschiedenen Zielgruppen zu vermitteln.

Das Potenzial von Elektrofahrzeugen haben schon letztes Jahr vorwiegend die Bewohner der südlichen Bundesländer erkannt. Bereits 2019 waren sie der Spitzenreiter bei der Verteilung von Elektrofahrzeugen, Bayern allen voran.Auch im Jahr 2020 sind Fahrer von reinen Elektrofahrzeugen überproportional häufig in Bayern und Baden-Württemberg vertreten. Deutlich unterrepräsentiert sind Elektroautos dagegen in den östlichen Bundesländern. Besonders in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern ist der Anteil an Elektrofahrzeugen deutlich geringer als im restlichen Deutschland.
Betrachtet man nun aber die Verteilung von Hybridauto-Fahrern im Jahr 2020, ergibt sich ein anderes Bild:  Zwar fällt die allgemeine Anzahl an zugelassenen Hybridfahrzeugen höher aus als die der Elektroautos, die Verteilung innerhalb Deutschlands scheint im Vergleich aber deutlich weniger konzentriert. Es zeigt sich allerdings, dass Hybridfahrzeuge in den östlichen Bundesländern im Gegensatz zu Elektroautos überdurchschnittlich häufig vertreten sind. Zu einer Ballung an Hybridauto-Fahrern kommt es, wenn auch eher geringfügig, vor allem in den Bundesländern Hessen und Berlin.

Im Vergleich: Stadt versus Land

Fahrer von Elektro- und Hybridfahrzeugen sind überdurchschnittlich häufig in Ballungsräumen oder Gemeinden mit über 500.000 Einwohnern vertreten, reine Elektrofahrzeuge auch in Gemeinden mit 5.000 bis 20.000 Einwohnern.
Vor allem Fahrer von Hybrid-Plug-in-Fahrzeugen sind überdurchschnittlich häufig in der Nähe von Elektro-Ladestationen zu finden. Dieser Effekt ist bei den reinen Elektrofahrzeugen nicht ganz so stark ausgeprägt. Eine mögliche Erklärung findet sich in einer Umfrage des BDEW: Rund 65 Prozent der Ladevorgänge werden zu Hause durchgeführt, 7 Prozent auf der Arbeit und nur 15 Prozent an öffentlichen Ladesäulen. Damit ist Elektromobilität auch ein chancenreiches Thema für ländlich geprägte Regionen.

Welche Rolle spielt der Status?

Fahrer von Elektro- und Hybridfahrzeugen sind überwiegend Männer mittleren Alters mit hohem Sozialstatus. Elektroauto-Fahrer sind in der Regel zwischen 35 und 59 Jahren, Hybridauto-Fahrer überwiegend 40 bis 59 Jahre alt. Sie sind oftmals verheiratet und haben eigene Kinder. Beide Zielgruppen, vor allem aber die Fahrer von Stromern, leben häufig in Ein- und Zweifamilienhäusern in guten und exklusiven Wohnlagen mit großen Wohnflächen und Gärten.

Bei Fahrern von Elektroautos stehen meist zwei oder sogar mehr Fahrzeuge in der Garage, denn sie sind »Autofans« und umweltbewusste Fahrer. Häufig dient das Elektrofahrzeug auch als Firmenwagen für Selbstständige. Bei Fahrern von Hybridfahrzeugen sind es dagegen meist nur ein bis zwei Pkws, dafür haben sie jedoch eine höhere Kilometerleistung pro Jahr. Besitzer von Elektroautos haben ein hohes Qualitäts- und Statusbewusstsein, für sie steht beim Autokauf die Marke im Vordergrund. Für Hybrid-Fahrer spielt hingegen auch der Preis des Autos eine wichtige Rolle.

Fahrer von Elektro- und Hybridfahrzeugen haben eine hohe Öko- und Reiseaffinität. Sie verfügen über eine starke Spendenbereitschaft, vor allem für Umwelt und Natur.
Das spiegelt sich auch in ihren Freizeitaktivitäten und Interessen wider, denn vor allem Fahrer von Elektrofahrzeugen sind sehr naturverbunden. Sie üben viele verschiedene sportliche Aktivitäten aus, stark überdurchschnittlich vertreten sind die Kategorien Bergsteigen und Klettern, Wintersport wie Ski fahren, Snowboarden und Skilanglauf oder Golf spielen. Die Freizeitbeschäftigungen von Hybrid-Fahrern sind ähnlich naturverbunden: sie mögen zum Beispiel Wintersport, Reiten und Golf spielen.

So haben Elektroauto-Besitzer auch eine hohe Affinität für alternative Energien, während dieser Effekt bei reinen Hybrid-Fahrern nicht zu erkennen ist.
Das Interesse an politischen und wirtschaftlichen Themen haben beide Zielgruppen dann wieder gemeinsam, wenngleich die Ausprägung bei reinen Hybridfahrzeug-Fahrern ein wenig schwächer ausfällt.