Daimler TechDay Vorteile von Batterie und Brennstoffzelle nutzen

Daimler zeigte auf dem TechDay sein Portfolio im Bereich E-Mobility: vom Stadtflitzer Smart über den Sportwagen SLS AMG electric drive bis hin zum Bus und Lkw.
Daimler zeigte auf dem TechDay sein Portfolio im Bereich E-Mobility: vom Stadtflitzer Smart über den Sportwagen SLS AMG electric drive bis hin zum Bus und Lkw.

Hat die deutsche Automobilindustrie den Anschluss bei der Elektromobilität verpasst? Nein, meint Daimler und zeigte im Rahmen seines diesjährigen TechDays auf dem Stuttgarter Messegelände, dass die Mobilität von morgen, um Brennstoffzellen- und rein batterieelektrische Fahrzeuge nicht herum kommt.

Ein wichtiger Bestandteil der Antriebsstrategie von Daimler ist die Brennstoffzellentechnologie. 2017 wird der Automobilhersteller eine neue Fahrzeuggeneration auf Basis des Mercedes-Benz GLC vorstellen. Besonderheit: Das neue Brennstoffzellensystem ist rund 30 Prozent kompakter als bisherige Systeme und kann so erstmals vollständig im Motorraum untergebracht werden. Zudem wurden die Kosten der Technologie zum Beispiel durch die Reduktion des Platinanteils im Stack um 90 Prozent deutlich verringert. Zwei karbonfaserummantelte Tanks, die im Fahrzeugboden verbaut sind, fassen ungefähr 4 kg Wasserstoff. Dank der weltweit standardisierten 700-bar-Tanktechnologie tankt das Fahrzeug die gesamte Menge innerhalb von drei Minuten an einer Wasserstofftankstelle für eine Reichweite von ca. 400 km.

Darüber hinaus “bekommt die Brennstoffzelle einen Stecker”, wie Jürgen Schenk, Direktor e-Drive Systemintegration beim Stuttgarter Automobilhersteller, das Novum betont. Denn erstmals kommt in einem Elektrofahrzeug mit Brennstoffzelle auch eine Lithium-Ionen-Batterie zum eigenständigen Fahrbetrieb zum Einsatz. Der Akkumulator verfügt über eine Kapazität von rund neun kWh und wird platzsparend im Heck des SUV untergebracht. Er ermöglicht dem GLC F-Cell eine rein batterieelektrische Fahrt von bis zu 50 km im NEFZ und lässt sich an einer haushaltüblichen Steckdose, einer Wallbox oder einer öffentlichen Ladestation laden.

“Das Fahrzeug nutzt die Stärken beider Energiequellen optimal und passt sie an die jeweilige Betriebssituation optimal an”, erklärt Jürgen Schenk den Vorteil. “Die Brennstoffzelle besticht mit kurzen Betankungszeiten und eignet sich aufgrund ihrer hohen Reichweite für lange Strecken. In der Stadt kann elektrisch gefahren werden, so verfügt das System beispielsweise auch über eine Rekuperationsfunktion, die es ermöglicht, Energie beim Bremsen und beim Ausrollen zurückzugewinnen und im Akku zu speichern.”

Daimler bereitet sich momentan auf die Serienfertigung des Mercedes-Benz GLC F-Cell vor. Der voll alltagstaugliche und familienfreundliche SUV wird im Werk Bremen gefertigt.

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