Elektro-Auto »Made in Turkey« von Togg Türkei baut ab 2022 eigene Stromer

Der türkische Hersteller Togg, ein Joint Venture von fünf Firmen und einer Interessenvertretung für Industrieunternehmen und Börsen, will 2022 einen eigenen Stromer vorstellen.
Der türkische Hersteller Togg, ein Joint Venture von fünf Firmen und einer Interessenvertretung für Industrieunternehmen und Börsen, will 2022 einen eigenen Stromer vorstellen.

Ab 2022 will die Türkei ein eigenes Elektrofahrzeug bauen. Den Name des Stromers will man in diesem Jahr verkünden. Insgesamt soll es fünf Modelle geben. Der Hersteller, Togg, ist ein Joint Venture von fünf Firmen und einer Interessenvertretung für Industrieunternehmen und Börsen.

Eine türkische Automarke ist ein langgehegter Wunsch des türkischen Präsidenten Erdogan, der sagte, die Türkei verdiene Besseres, als die Autos anderer Hersteller zusammenzusetzen. In den 1960er Jahren war ein erster Versuch der Türkei mit einer Eigenmarke – dem Devrim – gescheitert.

In einem Ende Dezember im Staatsanzeiger veröffentlichten präsidialen Dekret heißt es, dass der Wagen in der nordwesttürkischen Stadt Bursa hergestellt werden soll. Bis zu 175.000 Autos sollen dort jährlich gebaut werden. Das Investitionsvolumen beträgt demnach 22 Milliarden Lira, also rund 3,3 Milliarden Euro. Die Regierung unterstützt das Projekt finanziell. Es ist auch die Rede von Garantien für die Abnahme von 30.000 Elektroautos bis Ende 2035.

Der Automobilindustrie in der Türkei, wo auch Firmen wie Ford oder Fiat produzieren, ging es zuletzt schlechter. 2018 war unter anderem wegen einer Währungskrise der Binnenmarkt eingebrochen. 2019 hatte zudem Volkswagen wegen der Militäroffensive der Türkei im Norden Syriens Pläne für ein Werk im westtürkischen Manisa auf Eis gelegt.

Der Chef des Zuliefererverbandes der Industrie, Alper Kanca, sagte der Deutschen Presse-Agentur Ende Dezember: »Dass die Regierung gewisse Absatzzahlen verspricht und Geld für die Investition bereithält, zeigt, dass das nicht nur ein Projekt zum Stimmenfang ist«. Kurzfristig könne das Projekt der Industrie in ihrer schwierigen Lage nicht helfen, weil das Auto ja erst 2022 in Serienproduktion gehen solle. »Aber wenn alles gut läuft, werden wir in drei Jahren davon profitieren.« Kanca sagte, der Erfolg werde auch davon abhängen, wie hoch die traditionell saftigen Steuern auf den Wagen ausfallen. Wie teuer die Fahrzeuge sein sollen, blieb zunächst unklar.