Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge Stabilität im Stromnetz durch flexibles Laden von EEBus

Wenn viele E-Fahrzeuge gleichzeitig geladen werden, ist die Stabilität des Stromnetzes gefährdet.
Wenn viele E-Fahrzeuge gleichzeitig geladen werden, ist die Stabilität des Stromnetzes gefährdet.

Durch die zunehmende Elektromobilität droht eine Instabilität des Stromnetzes. Der EEBus-Standard verhindert durch Vernetzung mit dem Netzbetreiber solche Blackouts.

Aus der aktuellen Studie »Der E-Mobilitäts-Blackout« der Unternehmensberatung Oliver Wyman geht hervor, dass die wachsende Zahl von Elektroautos die Stabilität der Stromversorgung in Deutschland bedroht. Um die Versorgungsengpässe zu vermeiden, empfehlen Forscher der TU München, das Stromnetz flexibler zu nutzen. Werden demnach E-Autos nicht zeitgleich, sondern intelligent verteilt über einen längeren Zeitraum geladen, verkraftet das Stromnetz eine flächendeckende Elektromobilität. Die Möglichkeit zur flexiblen Ladung verspricht die EEBus Initiative.

Flexibles Laden beginnt im Haus

Überlastungen durch den Ladevorgang eines E-Fahrzeugs sind bereits heute im »Kleinen« möglich. Heizt beispielsweise eine Wärmepumpe mit voller Leistung und wird dann ein Elektroauto zum Laden angeschlossen, kann bereits der Strom wegen Überlastung ausfallen. Durch den EEBus-Standard stimmen sich die angeschlossenen Stromaufnehmer darüber ab, wer mit höchster Priorität mit Energie versorgt wird.

Insgesamt deckt der EEBus-Standard für die Ladetechnik folgende Anwendungsbereiche ab:

  • Effizienz-Steigerung: Möglichst viel selbst erzeugter Strom wird für den Ladevorgang eingesetzt.
  • Überlastsicherung: Werden zu viele Aufnehmer gleichzeitig versorgt, wird der Ladestrom temporär gedrosselt und so eine Überlastung verhindert.
  • Entlastung der öffentlichen Netze (coordinated charging): Der Ladevorgang wird mit dem Netzbetreiber abgestimmt, so dass sowohl auf Überlastsignale als auch auf Preisanreize, wenn überschüssige Energie im Stromnetz verfügbar ist, reagiert wird.

Die Vernetzung mit EEBus ermöglicht die Kommunikation zwischen unterschiedlichen Stromaufnehmern und dem intelligenten Stromnetz – für einen flexiblen Umgang mit Energie.

Offener Standard

Die EEBus Initiative entwickelt Kommunikationsstandards innerhalb verschiedener Arbeitsgruppen. Dabei wird branchenübergreifend definiert, für welche Anwendungen die Kommunikation sinnvoll ist und welche Daten erforderlich sind. Anschließend erfolgt die technische Umsetzung.

Zu den Eckdaten der EEBus-Kommunikation zählen eine nach BSI-Standard verschlüsselte Vernetzung, ein sicherer Datenschutz und Kommunikationsprotokolle nach internationalen Standards, die auch Nichtmitgliedern kostenlos zur Verfügung stehen.

Serienproduktion

In der EEBus-Arbeitsgruppe »E-Mobility« entwickeln der Branchenverband VDA, viele Auto- und Ladetechnik-Hersteller sowie Marken der Heizungs-, Solar- und Energie-Branche gemeinsam offene Vernetzungsprotokolle. In Testdurchläufen konnten so EEBus-Mitgliedsfirmen aus der Automobilbranche (beispielsweise Volkswagen, Porsche und Audi) sowie Ladetechnik-Anbieter (wie Menneckes) bereits das Zusammenwirken der unterschiedlichen Komponenten erfolgreich erproben. Dabei wurde die Kommunikation mit Heizungen von Vaillant und Viessmann sowie Energiemanagern, etwa von SMA und Hager, geprüft und optimiert.

Die Markteinführung vernetzter Ladetechnik und zugehöriger Energiemanager ist für das Jahr 2019 vorgesehen.

Präsentation auf der E-World

Die Verbindung von Smart-Home und Smart-Grid inklusive dem flexiblen Laden und der variablen Verbrauchssteuerung präsentiert die EEBus Initiative gemeinsam mit Partnern vom 6. bis 8. Februar 2018 auf der Fachmesse E-World in Essen (Halle 6, Stand 226).