Milliardeninvestitionen von CATL Spatenstich für Batteriezellen-Fabrik wahrscheinlich im Herbst

Baubeginn für die neue Batteriezellen-Fabrik von CATL, die auf etwa 70 Hektar nahe des Erfurter Autobahnkreuzes entstehen soll, könnte noch in diesem Herbst sein.
Baubeginn für die neue Batteriezellen-Fabrik von CATL, die auf etwa 70 Hektar nahe des Erfurter Autobahnkreuzes entstehen soll, könnte noch in diesem Herbst sein.

Mit dem chinesischen Konzern CATL lässt sich ein Großgewicht bei der Herstellung von Batterien für Elektroautos in Thüringen nieder. Dennoch warnen Regierungschef und Wirtschaftsminister davor, bei neuen Antriebstechnologien nur auf Elektromobilität zu setzen.

Mit milliardenschwerer Investition will der chinesische Hersteller CATL im Jahr 2021/22 die ersten Batteriezellen für Elektroautos in Thüringen fertigen. Baubeginn für die neue Fabrik, die auf etwa 70 Hektar nahe des Erfurter Autobahnkreuzes entstehen soll, könnte noch in diesem Herbst sein, so der Europa-Chef von CATL, Matthias Zentgraf, am 04.07.2019 auf dem Branchentag Automotive Thüringen in Erfurt. »Wir arbeiten derzeit an einem Aufbauplan, wie wir schneller in Erfurt präsent sein können.« Zentgraf rechnet damit, dass die Fabrik – abhängig von der Marktnachfrage – Mitte des nächsten Jahrzehnts ausgebaut sein wird.

CATL, Contemporary Amperex Technology, mit Sitz im chinesischen Ningde hat aufgrund der wachsenden Zahl von Elektroautos in Europa bereits seine Investitionspläne und zu erwartende Beschäftigtenzahl in Thüringen nach oben korrigiert. Statt der zunächst anvisierten 240 Millionen sollen nun laut Zentgraf in den nächsten fünf Jahren 1,8 Milliarden Euro investiert werden. Mittelfristig solle die Fabrik für Lithium-Ionen-Batterien 2000 Mitarbeiter beschäftigen. Einer der großen Kunden des chinesischen Konzerns ist der Autobauer BMW. Thüringen konnte sich mit der Standortentscheidung von CATL gegen Ungarn durchsetzen.

Trotz des neuen Flaggschiffes CATL warnten Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow und Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee davor, beim Umbruch in der Automobilbranche ausschließlich auf Elektromobilität zu setzen. »Wir müssen auch über andere Formen der Antriebe und über ganze Mobilitätskonzepte reden«, erklärte Ramelow. Tiefensee betonte, die Wasserstofftechnik habe als Antriebstechnologie ebenfalls ihre Berechtigung. Die Thüringer Zulieferer sieht der Minister in einem »gnadenlosen Wettbewerb«.

Klassische Verbrennungsmotoren werden laut dem Minister in der Automobilindustrie noch bis mindestens Mitte der 2030er Jahre eine Rolle spielen. Diese Übergangsphase müsse die Zulieferindustrie nutzen, um auf neue Antriebstechnologien umzustellen oder neue Geschäftsfelder zu erschließen.

Nach Ansicht des neuen Vorstandsvorsitzenden des Branchennetzwerkes Automotive Thüringen, Mathias Hasecke, müssen sich die Thüringer Zulieferer breiter aufstellen und enger kooperieren. Gemeinsam mit dem Branchennetzwerk der optischen Industrie in Jena sollen künftig neue Produkte für das autonome Fahren entwickelt werden.