Greenpeace Scheuer muss Autoindustrie in die Pflicht nehmen

Laut Greenpeace sind Nachrüstungen technisch möglich und den Konzernen nach ihren jüngsten Rekordgewinnen wirtschaftlich zuzumuten.
Laut Greenpeace sind Nachrüstungen technisch möglich und den Konzernen nach ihren jüngsten Rekordgewinnen wirtschaftlich zuzumuten.

Greenpeace fordert, dass die Autoindustrie bei der Nachrüstung von Dieselfahrzeugen in die Pflicht genommen wird.

Kurz vor der Kabinettsklausur hat der Umweltverband Greenpeace Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) aufgefordert, die Hersteller bei Nachrüstungen von Diesel in die Pflicht zu nehmen. »Nachrüstungen sind technisch möglich und den Konzernen nach ihren jüngsten Rekordgewinnen wirtschaftlich zuzumuten«, sagte Greenpeace-Sprecher Niklas Schinerl der Deutschen Presse-Agentur. »Die Bundesregierung darf nicht zulassen, dass Autobauer erst wissentlich die Gesundheit Tausender Menschen schädigen und dafür ein Konjunkturprogramm für Neuwagen geschenkt bekommen.«

Nachrüstungen alleine aber würden die Luftprobleme der Städte nicht dauerhaft lösen. »Damit saubere Verkehrsformen mit dem nötigen Tempo ausgebaut werden können, muss die Bundesregierung die Hersteller zu einem deutlich höheren Beitrag verpflichten. Angesichts der Größe des Problems werden die bislang zugesagten 250 Millionen nicht reichen.«

Die große Koalition trifft sich an diesem Dienstag und Mittwoch im Gästehaus der Bundesregierung im Schloss Meseberg in Brandenburg zu ihrer ersten Klausur. Die Bundesregierung hatte ein milliardenschweres Programm für saubere Luft in Kommunen auf den Weg gebracht, die Autoindustrie beteiligt sich daran mit 250 Millionen Euro.

In vielen Städten ist die Luft stärker als von der EU erlaubt mit Stickoxiden belastet, die in verkehrsreichen Gebieten meist aus Dieselabgasen stammen. Die Politik will Fahrverbote für Diesel vermeiden. Im Fokus der Debatte stehen Hardware-Nachrüstungen älterer Diesel-Fahrzeuge, also Umbauten direkt an Motor und Abgasanlage. Die Hersteller wollen nur mit Software-Updates die Schadstoffe senken. Viele Experten bezweifeln aber, dass das genügt. Die Autobranche lehnt Hardware-Nachrüstungen als zu aufwendig und teuer ab.