Diagnose an Hybrid- und Elektroautos Qualifizierung für Arbeiten an Hochvoltfahrzeugen notwendig

Die Mega-Macs-Software wird von Hella laufend ergänzt. Derzeit sind 113 batterieelektrische Fahrzeuge und ca. 300 Hybridmodelle von 19 Herstellern enthalten.
Die Mega-Macs-Software wird von Hella laufend ergänzt. Derzeit sind 113 batterieelektrische Fahrzeuge und ca. 300 Hybridmodelle von 19 Herstellern enthalten.

In der Übergangsphase zur E-Mobilität sieht man eine zunehmende Hybridisierung der Antriebsstränge. Werkstätten müssen sich daher auf den Umgang mit Hochvoltfahrzeugen einstellen.

Der Wartungsbedarf dual ausgelegter Fahrzeuge verhält sich gleich oder sogar geringfügig höher als bei traditionellen Verbrennern. Reine Elektro-Fahrzeuge benötigen ein funktionierendes Batterie- und Thermomanagement, komplexe Sensorik für Assistenzsysteme, Bremsen, Fahrwerk und Komfortsysteme. Sie müssen gewartet und instandgesetzt werden – nur generell etwas vorsichtiger, denn bis zu 1.000 V Spannung bedeuten Lebensgefahr.

In Hinsicht auf die Diagnostik von E- und Hybridfahrzeugen müssen sich Anwender eines aktuellen Mega Macs von Hella Gutmann keine Sorgen machen. Die Gesamt-Fahrzeugabdeckung der Diagnose-Software von rund 50.000 Modellen umfasst auch eine wachsende Anzahl an Modellen mit alternativen Antrieben. Stand Mai 2019 beinhaltet die Software mehr als 400 Elektro- und Hybridmodelle der Hersteller Audi, BMW, Chevrolet, Citroen, Honda, Hyundai, Kia, Lexus, Mercedes, Mitsubishi, Nissan, Opel, Peugeot, Porsche, Renault, Smart, Toyota, Volvo und VW. Die Palette der Antriebsformen reicht von Plug-in-Hybriden, Voll-Hybriden, Elektrofahrzeugen mit Range Extender bis hin zu reinen Elektromobilen.

Freie Werkstätten, die ein Diagnosegerät der Serie nutzen, haben somit die Möglichkeit, ihre Dienstleistungen auch für E- und Hybridfahrzeuge anzubieten. Voraussetzung ist allerdings die Qualifizierung wenigstens eines Mitarbeiters zur »Elektrotechnisch Unterwiesenen Person« (EUP) oder zur Elektrofachkraft HV-Systeme in Kraftfahrzeugen. Nur qualifizierte Personen dürfen Spannungsfreischaltungen vornehmen, damit Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten außerhalb des Hochvolt-Systems gefahrlos durchgeführt werden können.

Auch bei Arbeiten an E- und Hybridfahrzeugen wird der Techniker vom Diagnosegerät geführt. Es kommuniziert mit den Steuergeräten, nennt Fakten und erteilt Lösungsvorschläge. Fahrzeugindividuell wird erkannt, welche Schritte durchzuführen sind. Auffällige Warnhinweise markieren Prozessschritte, die aufgrund der Hochvolt-Gefahr nur von höher qualifizierten Personen durchgeführt werden dürfen. Da davon auszugehen ist, dass in freien Werkstätten die Notwendigkeit auch für Arbeiten an den HV-Systemen der Fahrzeuge steigen wird, bereitet Hella Gutmann eine deutliche Erhöhung der Diagnosetiefe für den HV-Bereich ab Herbst 2020 vor.