Alternativen zu fossilen Treibstoffen Projekt »reFuels – Kraftstoffe neu denken« gestartet

Offizieller Auftakt zu Refuels: Verkehrsminister Winfried Hermann (Mitte) mit Thomas Hirth, Vizepräsident des KIT für Innovation und Internationales (rechts) und MiRO-Geschäftsführer Ralf Schairer (links).
Offizieller Auftakt zu Refuels: Verkehrsminister Winfried Hermann (Mitte) mit Thomas Hirth, Vizepräsident des KIT für Innovation und Internationales (rechts) und MiRO-Geschäftsführer Ralf Schairer (links).

Mit dem Projekt »reFuels – Kraftstoffe neu denken« wollen die Baden-Württembergische Landesregierung, das Karlsruher Institut für Technologie und die Industrie Alternativen zu fossilen Treibstoffen etablieren.

Der von fossilen Kraftstoffen getriebene Individual- und Schwerlastverkehr trägt in Deutschland 20 Prozent zum Ausstoß von CO2 und damit wesentlich zum Klimawandel bei. Synthetische Kraftstoffe lassen sich auch aus nicht-fossilen Kohlenstoffquellen herstellen und können so helfen, das Klima zu schützen. Dazu zählt unter anderem auch die direkte Umwandlung von CO2 und erneuerbarem Wasserstoff in synthetische Kraftstoffe. Mit dem Projekt reFuels – Kraftstoffe neu denken wird das KIT zusammen mit Partnern aus der Automobil-, Automobilzuliefer- und Mineralölindustrie sowie mit Förderung der Landesregierung Baden-Württembergs die Chancen, die diese Kraftstoffe für Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt bieten, in einem ganzheitlich angelegten Programm untersuchen.

Im Projekt werden Verfahren betrachtet, mit denen Otto- und Dieselkraftstoffe auf Basis erneuerbarer Energien und aus nachhaltig zugänglichen Rohstoffen auch in größerem Maßstab produziert werden können. Untersucht wird, wie sich die regenerativ erzeugten Kraftstoffe auf den Schadstoffausstoß der bestehenden Flotte und auf die Funktion der Fahrzeuge sowie einzelner Komponenten auswirken. Parallel sollen Gesellschaft und Verbraucher schon heute die neuartigen Kraftstoffe akzeptieren.

Mit bioliq und dem Energy Lab 2.0 verfügt das KIT über zwei Plattformen für die Herstellung von reFuels. Für das bioliq-Verfahren, mit dem hochwertige Kraftstoffe aus biogenen Roh- und Reststoffen wie etwa Stroh erzeugt werden, existiert eine Pilotanlage, die Ottokraftstoffe liefert. Das Energy Lab 2.0 ist ein Anlagenverbund, der moderne Technologien zur Erzeugung und Nutzung elektrischer, thermischer und chemischer Energie wie Gasturbinen, Power-to-Methan und Wasserelektrolyse verknüpft und in Kürze unterschiedliche Kraftstoffkomponenten wie Dieselkraftstoffe oder Jetfuels produzieren soll.

Partner des Projekts sind Audi, Caterpillar Energy Solutions (MWM), Daimler, Eberspächer, EnBW, Freudenberg Sealing Technologies, Ineratec, KS Kolbenschmidt, Mahle, Mann + Hummel, Mineralölraffinerie Oberrhein (MiRO) mit Unterstützung des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV), Dr. Ing. h.c. F. Porsche, Robert Bosch und Rolls-Royce Powersystems (MTU). Der MWV und der Verband Zukunft Erdgas sind assoziierte Mitglieder.