Ladetechnik ORNL testet induktives Laden am PHEV-Lieferfahrzeug

Das ORNL hat ein bidirektionales, induktives Ladesystem mit bis zu 20 kW und einem 28 cm Luftspalt getestet.
Das ORNL hat ein bidirektionales, induktives Ladesystem mit bis zu 20 kW und einem 28 cm Luftspalt getestet.

Forscher des Oak Ridge National Laboratory haben ein bidirektionales induktives 20-kW-Ladesystem entwickelt, das an einem Plug-in-Hybrid-Lieferwagen von UPS demonstriert wurde.

Die induktive Ladetechnologie des ORNL übertrug bei der Demonstration die Leistung zwischen dem Lastwagen und einer Ladeplatte über einen Luftspalt von 28 cm; der Wirkungsgrad beträgt dabei mehr als 92 Prozent.

Das Demofahrzeug verfügt über einen 60-kWh-Akku – der Ladevorgang würde beim 20 kW induktiven Laden drei Stunden dauern. Im Vergleich dazu wären fünf bis sechs Stunden mit dem Onboard-Charger für konduktives Laden notwendig.

Mit seinem bidirektionalen Design unterstützt das System auch die Nutzung der Fahrzeugbatterien zur Energiespeicherung. Damit ließe sich die Fahrzeugbatterie als Netzpuffer nutzen und könnte so vor allem für Flotten dazu beitragen, die Stromerzeugung vor Ort, beispielsweise von Solarstrom, besser zu steuern. »Die Skalierung der Technologie auf eine Flotte von 50 Lastwagen ermöglicht Energiespeicherung im Megawatt-Bereich«, erklärte Omer Onar von der ORNL, der die Arbeiten des technischen Teams im Labor leitete.

Im Rahmen des Projekts wird die Technologie weiteren Tests und Analysen unterzogen. Forscher von Oak Ridge demonstrierten 2016 erstmals ein induktives 20-kW-Ladesystem an einem leichten Personenkraftwagen. Die Technologie für leichte Nutzfahrzeuge wurde seither auf 120 kW skaliert, wodurch das Ziel, ein Elektrofahrzeug eines typischen Verbrauchers in etwa der gleichen Zeit drahtlos aufzuladen wie eine Tankstelle, vorangetrieben wurde.