BMW, Northvolt und Umicore Nachhaltigen Lebenszyklus für Batterien entwickeln

BMW hat mit Northvolt und Umicore ein Technologiekontortium gegründet, um  einen nachhaltigen Lebenszykluszyklus für Batterien zu entwickeln.
BMW hat mit Northvolt und Umicore ein Technologiekontortium gegründet, um einen nachhaltigen Lebenszykluszyklus für Batterien zu entwickeln.

BMW, Northvolt und Umicore haben ein gemeinsames Technologiekonsortium gebildet, um bei der Weiterentwicklung einer vollständigen und nachhaltigen Wertschöpfungskette für Batteriezellen für Elektrofahrzeuge in Europa eng zusammenzuarbeiten.

Ziel des Projekts ist es, die nachhaltige Industrialisierung von Batteriezellen in Europa und den damit verbundenen Kompetenzaufbau von der Zellchemie und Entwicklung über die Produktion bis hin zum Recycling voranzutreiben. Batteriezellen sollen durch die Schaffung eines geschlossenen Lebenszykluszyklus nachhaltig gemacht werden. Das beginnt mit einem recycelbaren Zell-Design und setzt sich fort mit einem Herstellungsprozess, der überwiegend erneuerbare Energien nutzt. Der nächste Schritt ist eine lange Zeit der primären Nutzung als Antriebsbatterie, möglicherweise gefolgt von einer weiteren Phase der sekundären Nutzung als stationäre Energiespeichervorrichtung. Am Ende ihres Lebenszyklus wird die Zelle recycelt und die Rohstoffe wiederverwendet.

Angesichts der wachsenden Anzahl von Elektrofahrzeugen spielt die Beschaffung von Batteriezellen für die Hersteller eine wichtige Rolle. Mit Northvolt als Partner für eine nachhaltige Produktion und BMW als Automobilhersteller, der bereits eigene Batteriezellen entwickelt, lässt sich das erreichen. Weil Batteriezellen wichtige Ressourcen und Materialien enthalten, ist auch deren Rückführung nach Ende der Lebensdauer einer Batterie essentiel. Umicore unterstützt nicht nur die Entwicklung und Produktion aktiver Materialien für Batteriezellen, sondern auch das Resourcenrecycling.

Entwicklung und Produktion

Um der Entwicklung von Batteriezellen einen Schub zu verleihen und weitere Fortschritte in Sachen Zellchemie und Zelldesign zu erzielen, weiht BMW im Sommer 2019 sein neues Kompetenzzentrum für Batteriezellen ein. Neben der Entwicklung von Batteriezellen werden dort auch andere Schlüsselkompetenzen gebündelt, von der Herstellung von Batteriezellen-Prototypen bis hin zum Build-to-Print Know-how. Das ist für den Automobilhersteller wichtig, um potenziellen Lieferanten für die Zellproduktion die notwendigen Kompetenzen zur Erfüllung der eigenen Anforderungen zu vermitteln.

»Der Nachhaltigkeitsansatz von Northvolt macht es für uns zu einem sehr attraktiven Unternehmen, das zudem sehr offen für unsere Ideen war«, betonte Klaus Fröhlich, Vorstandsmitglied Entwicklung bei BMW. Aus diesem Grund arbeiten der Automobilhersteller und Northvolt seit einiger Zeit im Rahmen eines strategischen Technologieprojekts zusammen. Dabei wird die Fähigkeiten des Northvolt Labs genutzt, um Batteriezellen vor der Serienproduktion zu testen und zu industrialisieren.

Materialentwicklung und Recycling

Umicore ist der Partner, der für die aktive Entwicklung und das Recycling von Anoden- und Kathodenmaterialien in der Technologieallianz verantwortlich ist. Diese Zusammenarbeit wird es ermöglichen, effiziente Produktionstechnologien für die Herstellung von aktiven Materialien auf der Basis von recycelten Metallen anzuwenden. Darüber hinaus umfasst das Projekt die intelligente Zerlegung des Akkupacks, die Überprüfung auf Wiederverwendung der Akkuzellen und die Rückführung der recycelten Ressourcen in die aktive Materialproduktion. Mit zunehmender Elektromobilität wird sich der wachsende Bedarf nicht nur auf die nachhaltige Gewinnung von Rohstoffen beschränken auch die Rückgewinnung bereits verwendeter Materialien wird immer wichtiger, um die Rohstoffproduktion zu entlasten. Der Hersteller will demnächst mit dem Bau einer Produktionsstätte für Kathodenmaterial in Europa beginnen und betreibt bereits eine Recyclinganlage für Lithium-Ionen-Batterien in Europa.