Ausbau des Batterie-Produktionsverbunds Mercedes-Benz legt Grundstein für neue Batteriefabrik

Mercedes-Benz Cars legt am Standort Untertürkheim den Grundstein für eine Batteriefabrik im Neckartal. Ehrengäste beim Festakt waren: Michael Häberle, Betriebsratsvorsitzender des Mercedes-Benz Werks Untertürkheim, Jürgen Zieger, Oberbürgermeister der Stadt Esslingen, Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg , Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender Daimler und Leiter Mercedes-Benz Cars sowie Dr. Jürgen Zieger, Oberbürgermeister der Stadt Esslingen (vlnr).
Mercedes-Benz Cars legt am Standort Untertürkheim den Grundstein für eine Batteriefabrik im Neckartal. Ehrengäste beim Festakt waren: Michael Häberle, Betriebsratsvorsitzender des Mercedes-Benz Werks Untertürkheim, Dr. Jürgen Zieger, Oberbürgermeister der Stadt Esslingen, Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender Daimler und Leiter Mercedes-Benz Cars sowie Frank Deiß, Leiter Produktion Powertrain Mercedes-Benz Cars (vlnr).

Mit der symbolischen Grundsteinlegung für die erste Batteriefabrik will Mercedes-Benz sein Werk in Untertürkheim zum High-Tech-Standort für Elektromobilität ausbauen. Die neue Fabrik ist ein Bestandteil im globalen Batterie-Produktionsverbund des Herstellers mit insgesamt neun Batteriefabriken.

Die Batterie ist eine Schlüsselkomponente der Elektromobilität und ein integraler Bestandteil der Fahrzeugarchitektur. Die Intelligenz der Batterie steckt in einem Gesamtpaket aus Hard- und Software. Entwicklung, Fertigung und Integration von komplexen Batterie-Systemen zählen zu den Kernkompetenzen von Mercedes-Benz Cars. Daher wird der Standort Untertürkheim um eine Batteriefabrik erweitert: Zum Ende der Dekade wird Mercedes-Benz Cars im Werksteil Brühl bei Esslingen auf 12.000 m2 in einer neu errichteten und CO2-neutralen Batteriefabrik Antriebsbatterien für die zukünftigen Elektrofahrzeuge der Produkt- und Technologiemarke EQ produzieren.

»Wir befinden uns mit dem Powertrain-Produktionsverbund mitten in der Transformation. Mit der Batterieproduktion im Werk Untertürkheim treiben wir dort den Wandel zum Hightech-Standort für Komponenten der Elektromobilität weiter voran. Gleichzeitig produzieren wir weiterhin in großer Stückzahl konventionelle Motoren, Achsen, Getriebe und Komponenten. Diese Flexibilität der Mannschaft macht uns stark«, erläutert Frank Deiß, Standortverantwortlicher Mercedes-Benz Werk Untertürkheim und Leiter Produktion Powertrain Mercedes-Benz Cars. Mit der Fabrik für Antriebsbatterien – der ersten im Neckartal – richtet sich das Mercedes-Benz Werk Untertürkheim noch stärker auf die Elektromobilität aus.

Das Mercedes-Benz Werk Untertürkheim hat eine 115-jährige Tradition, ist der größte Standort im weltweiten Powertrain-Produktionsverbund und Sitz der Daimler Konzernzentrale. Mit seinen über 19.000 Mitarbeitern produziert das Werk Motoren, Achsen, Getriebe und Komponenten. Das Traditionswerk ist Hightech-Standort und Kompetenzzentrum für Motoren, Hybridantriebe und die Produktion von Brennstoffzellen-Systemen. Hier befindet sich auch der Bereich Forschung und Entwicklung mit einer Teststrecke zur Fahrzeugerprobung. Das Werk besteht aus insgesamt sechs Werksteilen. Während in Untertürkheim und Bad Cannstatt Motoren gefertigt werden und hier auch die Schmiede angesiedelt ist, erfolgt die Getriebeproduktion in Hedelfingen. In Mettingen befinden sich Achsenproduktion sowie die Gießerei. Die Ausbildung hat ihren Sitz in Brühl, die flexible Fertigung ist in Esslingen an der Sirnauer Brücke.

Im Rahmen der Verhandlungen zu den Zukunftsbildern der letzten Jahre besteht seit Herbst 2018 im Werk Untertürkheim ein »Projekthaus eATS«, um Know-how für die nächste Generation eines elektronischen Antriebstrangs (eATS) aufzubauen, sowie ein »E-Technikum«, in dem unter anderem Prototypen für den elektrischen Antrieb aufgebaut werden. Außerdem verantwortet das Werk Untertürkheim seit Jahresbeginn 2019 die Batterie-Anlauffabrik. Sie bildet die Brücke zwischen Entwicklung und Serienproduktion. Hier werden die Energiespeicher auf eine produktionsgerechte Produktgestaltung hin geprüft und optimiert, um in den weltweiten Batteriefabriken eine effiziente Großserienproduktion sicherzustellen. Neben dem Aufbau der Batterien werden in der Anlauffabrik Mitarbeiter für die zukünftige Serienmontage in den Werksteilen Brühl und Hedelfingen qualifiziert. Das Werk Untertürkheim bündelt damit wichtige Kompetenzen als Anlauffabrik, insbesondere für die Batterieproduktion. Im Jahr 2018 wurde zudem bekanntgegeben, dass die Kapazität für die bereits im Vorjahr mit dem Betriebsrat vereinbarte Batterieproduktion noch einmal verdoppelt wird. Außerdem wurde vereinbart, dass das Werk Untertürkheim auch im Teil Hedelfingen eine Batteriefabrik erhält.

Qualifizierte Mitarbeiter als Grundlage

Bei der Batterie-Produktion ist höchste Präzision und Fachwissen nötig. Alle Mitarbeiter, die künftig an der Montagelinie im Werksteil Brühl arbeiten, werden im Bereich Hochvolt-Technologie geschult. Darüber hinaus qualifizieren sie sich in einer Anlauffabrik für Batterien am Standort Untertürkheim. »Viele Kolleginnen und Kollegen in der Benziner- und Dieselproduktion müssen für die neuen, alternativen Antriebe und speziell in der Batteriefabrik für die Arbeit an Hochvoltsystemen qualifiziert werden. Wir haben mit dem Unternehmen eine Beschäftigungssicherung bis Ende 2029 vereinbart. Am Standort muss deshalb in Themen mit langfristiger Perspektive investiert werden. Die heutige Grundsteinlegung der Batteriefabrik gehört dazu«, unterstreicht Michael Häberle, Betriebsratsvorsitzender Mercedes-Benz Werk Untertürkheim. Im Rahmen der geplanten Neuaufstellung »Projekt Zukunft« haben sich Konzernleitung und Betriebsrat auf eine Verlängerung der Zukunftssicherung bis Ende 2029 verständigt. Bis dahin sind betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen. Die Regelung greift zum Start in der neuen Struktur voraussichtlich ab Herbst 2019.