»Second Life« der Energiespeicher MAN und VHH testen Einsatz in Ladestationen für E-Busse

Felix Kybart, Nina Zeun, Michael Kobriger, Toralf Müller, Dr. Ulrich Dilling und Stefan Sahlmann (von links nach rechts) nach der Unterzeichnung des Memorandum of Understanding (MoU) am 16. März 2018 in München.
Felix Kybart, Nina Zeun, Michael Kobriger, Toralf Müller, Dr. Ulrich Dilling und Stefan Sahlmann (von links nach rechts) nach der Unterzeichnung des Memorandum of Understanding (MoU) am 16. März 2018 in München.

MAN Truck & Bus und die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) untersuchen gemeinsam die Zweitverwendung von Batteriespeichern aus Elektrobussen. Die Energiespeicher könnten nachhaltig auf Betriebshöfen zum Einsatz kommen und zur Stabilisierung des Stromnetzes beitragen.

Durch die hohen Anforderungen an die Batterien eines eBusses (hohe Laufleistung der Fahrzeuge, tägliche Ladezyklen und hohe Leistungsbedarfe) sinkt die Batteriekapazität im Laufe des Fahrzeuglebens – bis die benötigte Reichweite nicht mehr erreichbar ist. MAN geht von einer Nutzungsdauer der Batterien in Elektrobussen von mindestens sechs Jahren aus – angesichts der durchschnittlichen Nutzungsdauer eines Stadtbusses von zwölf Jahren, wird daher ein Batteriewechsel erforderlich.

Wohin dann aber mit den »alten« Batterien, die noch eine gewisse Leistungsfähigkeit aufweisen? Sie direkt entsorgen, wird weder als ökologisch noch wirtschaftlich sinnvoll angesehen.

MAN und VHH erproben gemeinsam die Zweitnutzung der Batterien in einem stationären Speicher – dem so genannten »Second Life Speicher«. In Schwachlastzeiten wird er mit Energie aufgeladen, die er dann in Spitzenzeiten an die eBusse wieder abgibt – so verhindert der Speicher Strombedarfspitzen beim Laden der eBusse (Peak Shaving). Das könnte Kosten sparen und das Stromnetz stabilisieren.

Zusätzlich sollen im Rahmen der Kooperation weitere Erkenntnisse gewonnen werden, wie beispielsweise:

  • Alterungsverhalten der Batterien
  • Lebenszyklen künftiger Batterien
  • Batterietechniken
  • Stabilisierungsmöglichkeiten des Stromnetzes

Der Prototyp des stationären Speichers soll im Laufe des Jahres in Hamburg-Bergedorf seinen Dienst aufnehmen. Hier kommen gebrauchte Batterien aus der Fahrzeugerprobung zum Einsatz, die mit identischen Batteriezellen ausgestattet sind, wie sie in den eBussen von MAN zum Einsatz kommen werden.

Die Erprobung erfolgt im Rahmen der Mobilitätspartnerschaft zwischen der Freien und Hansestadt Hamburg und Volkswagen. Gemeinsam möchten die Partner die urbane Mobilität umweltschonender, sicherer, verlässlicher und effizienter gestalten. Ein Fokus dabei ist die Förderung von Fahrzeugen mit Elektroantrieb, die für weniger Emissionen und weniger Lärm in der Stadt sorgen sollen. VHH hat seit 2014 zwei Elektrobusse im regulären Einsatz und bereits weitere eBusse bestellt. Zudem befindet sich aktuell eine Elektrobus-Werkstatt im Bau, die noch im Sommer 2018 eröffnet werden soll.