VDI/VDE-Studie zur Brennstoffzelle Keine einseitige Förderung von Batteriefahrzeugen

VDI und VDE fordern eine gleichberechtigte Förderung von Brennstoffzellen- und batterieelektrischen Fahrzeugen.
VDI und VDE fordern eine gleichberechtigte Förderung von Brennstoffzellen- und batterieelektrischen Fahrzeugen.

Batterieelektrische Fahrzeuge sind nicht ausreichend, um die energie- und umweltpolitischen Ziele der Bundesregierung zu erreichen. Die VDI/VDE-Studie »Brennstoffzellen- und Batteriefahrzeuge« zeigt, dass brennstoffzellenbasierte Elektromobilität einen Teil leistet, um CO2-Emissionen zu reduzieren.

Der jährliche Kohlendioxidausstoß liegt in Deutschland bei rund 850 Millionen Tonnen CO2. 15 Prozent davon entfallen auf den Sektor Verkehr. Deutschland hat sich im Rahmen des Pariser Klimaschutzabkommens von 2015 verpflichtet, CO2-Emissionen erheblich zu reduzieren. Elektromobilität kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Allerdings konzentrieren sich heutige Diskussionen vor allem auf batterieelektrische Fahrzeuge. Doch Brennstoffzellenfahrzeuge können ebenfalls dazu beitragen, davon sind VDI und VDE überzeugt. Beide Organisation fordern daher eine gleichberechtigte Förderungen der Technologien. »Es ist notwendig technologieoffen zu bewerten, welche Technologie die beste Lösung ist«, unterstreicht Martin Pokojski, Vorsitzender des VDI/VDE-Fachausschusses Wasserstoff und Brennstoffzellen und erklärt: »Derzeit wird nur über die Batterie geredet und andere Technologien vernachlässigt. Denn auch die Brennstoffzelle bietet erhebliches Potenzial für die Mobilität der Zukunft.«

VDI und VDE haben die Studie »Brennstoffzelle für die Elektromobilität von morgen« veröffentlicht, die beide Technologien nach technischen, ökologischen und wirtschaftlichen Aspekten untersucht. Ihr Fazit: Anstatt nur eine Technologie zu fördern, sollten Politik und Wirtschaft auf beide Systeme setzen.

Vorteile der Brennstoffzelle

Im Vergleich zu batterielektrischen Fahrzeugen (BEV) überzeugen Brennstoffzellenfahrzeuge (FCEV) mit mehreren Vorteilen: Sie erzielen leichter und kosteneffizienter große Reichweiten, ihre Betankungszeiten sind mit dem heutigen Standard für Benzin oder Diesel vergleichbar und wesentlich höhere Nutzlasten sind möglich. »Ein Vorteil der Wasserstofftechnologie ist auch ihre leichtere Umsetzung, da vorhandene Strukturen genutzt werden können und bestehende Tankstellen sich entsprechend erweitern lassen«, erläutert Dr. Andreas Schamel, Co-Autor der VDI/VDE-Studie. Schamel weiter: »Die Infrastrukturinvestitionen sind für BEV bei einer geringen Marktdurchdringung zwar geringer als für FCEV. Aber das Bild dreht sich bei einer größeren Marktdurchdringung. Daher könnte eine Mischung beider Systeme – BEV für die kürzeren Strecken und FCEV für Langstrecken – ein Kostenoptimum ergeben.«

Die gewünschte Reduktion der CO2-Emissionen wird jedoch nur erzielt, wenn der Strom für das Laden der Batterie und die Produktion des Wasserstoffs aus regenerativen Quellen stammt. Prof. Dr. Angelika Heinzel vom Zentrum für Brennstoffzellen Technik in Duisburg und ebenfalls Mitautorin der VDI/VDE-Studie erklärt: »Zudem ist es relevant, wie die Rohstoffe gewonnen und die Batterien und Brennstoffzellen hergestellt werden. Sorgfältige Analysen des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen im gesamten Lebenszyklus und eine Erhöhung der Recyclingquote sind ebenfalls unabdingbar. Beide Technologien benötigen Rohstoffe, die nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen.« Neben der energetischen Effizienz des Antriebsstrangs und dem Rohstoffbedarf der Batterie und der Brennstoffzelle hat Heinzel speziell den Ressourcen- und Flächenverbrauch für die benötigten Infrastrukturen – wie Stromtrassen und Ladesäulen, Gaspipelines und Wasserstofftankstellen – im Blick. »Beide Technologien werden in Zukunft in Segmenten des Mobilitätssektors eingeführt: Die Brennstoffzellenfahrzeuge zunächst bei Flottenfahrzeugen und Fahrzeugen mit großer Reichweite. Im Gegensatz zur Batteriefertigung muss die Brennstoffzelle die Hürde zur Serienfertigung noch nehmen, was eine große Chance für deutsche Hersteller sein kann.«