VDMA-Studie zu alternativen Antrieben Jedes achte Auto soll 2040 per Brennstoffzelle fahren

Jedes achte Auto könnte 2040 mit Brennstoffzellen angetrieben sein, prognostiztiert der VDMA.
Jedes achte Auto könnte 2040 mit Brennstoffzellen angetrieben sein, prognostiztiert der VDMA.

Der Brennstoffzellenantrieb als Job-Motor - bis zu 68.000 neue Arbeitsplätze könnten damit entstehen, der Maschinenbau soll eine tragende Rolle in der Produktion spielen. Rund 11 Milliarden Umsatz sollen die Kompontenten bringen, als große Treiber werden schwere Nutzfahrzeuge angesehen.

Der VDMA hat die Kernergebnisse seiner Studie »Antrieb im Wandel – Auswirkungen der Brennstoffzellentechnologie auf den Maschinen- und Anlagenbau und die Zulieferindustrie« vorgestellt.

Als wichtigsten Punkt sieht der VDMA die Voraussage, dass die Brennstoffzelle ab 2030 tatsächlich einen signifikanten Anteil in Antrieben für Pkw, Nutzfahrzeuge und mobilen Maschinen erreichen wird. Für den deutschen Maschinenbau soll die Brennstoffzelle laut der Studie eine große Chance für die europäische Wertschöpfung und den resultierenden Arbeitsmarkt darstellen.

Pkw-Markt wird maßgeblich sein
Insgesamt soll der Absatz von Brennstoffzellenfahrzeugen im Zeitraum von 2030 bis 2040 von 1 Million auf über 10 Millionen ansteigen, was einem Marktanteil von 12 Prozent – also etwa jedem achten Auto – entspricht. Daraus ergibt sich ein jährliches Wachstum von knapp 25 Prozent für diesen Zeitraum. Trotz dessen, dass die Bundesregierung ihren Förderfokus momentan auf batterie-elektrische Antriebe legt, sieht der VDMA die Brennstoffzellentechnik als sehr zukunftsträchtig für Autos an. Bis 2030 soll grüner Wasserstoff inklusive aller Abgaben für 5 Euro pro Kilo in ausreichenden Mengen an den Tankstellen verfügbar sein. Der stellvertretende VDMA-Hauptgeschäftsführer Hartmut Rauen schätzt, dass der technische Entwicklungsstand von Wasserstoff gegenüber Batterien etwa zehn Jahre Verzug aufweist. Er geht davon aus, dass mit steigendem technischen Reifegrad und wettbewerbsfähiger Produktion auch die Automobilkonzerne und die Politik der Brennstoffzelle einen höheren Stellenwert einräumen werden. Insbesondere der Trend zu schweren SUV-Fahrzeugen kann seiner Ansicht nach mit H2-Antrieben besser als mit Batterien bewerkstelligt werden.

Chancen für den Maschinenbau in Europa
Fast 70 Prozent des Umsatzpotenzials von Antriebssträngen wird im Brennstoffzellensystem – bestehend aus Brennstoffzellenstapeln, zusätzlichen Komponenten und dem Wasserstofftanksystem – verortet. Weitere 30 Prozent entfallen auf die Traktionsbatterie und die elektrische Antriebseinheit. Entsprechend wird ein globales Umsatzpotenzial für die Brennstoffzellen- und Wasserstofftanksysteme von rund 75 Milliarden Euro jährlich erwartet, mit rund 20 Milliarden Euro reiner Wertschöpfung, davon 3 Milliarden Euro in Europa.

Dieser Anteil der Wertschöpfung schafft laut der VDMA-Prognose rund 63.000 Arbeitsplätze schaffen, davon mehr als 15.000 direkt oder indirekt in der Fertigung. Um die Nachfrage zu bedienen, müssen bis 2040 etwa 8 Milliarden Euro in Maschinen und Produktionsanlagen investiert werden – woraus weitere 5.000 Arbeitsplätze im Maschinenbaus enstehen sollen.

Impulse durch Nutzfahrzeuge und Mobile Maschinen
Laut VDMA werden vor allem schwere Nutzfahrzeuge eine Schlüsselrolle bei der Einführung der Brennstoffzellentechnologie spielen, getrieben durch die festgesetzten Emissionsgrenzwerte in der EU. Aufgrund des hohen Treibstoffbedarfs muss auch die Infrastruktur dementsprechend mitwachsen. Dies betrifft neben der Erzeugung des Wasserstoffs auch den Vertrieb und das H2-Tankstellennetz. Abseits der Strasse sollen Brennstoffzellenantriebe auch in Gabelstaplern sowie Schienen- und Schiffsanwendungen einen relevanten Anteil erreichen.

Die VDMA-Studie stellt fest, dass in den nächsten Jahren weltweit rund 5 Milliarden Euro pro Jahr für Forschung und Entwicklung investiert werden müssen, wobei der Verband Technologieoffenheit fordert.