Forschungsprojekt LaneCharge Induktives Laden von Elektrotaxen

Ein Teil des Projektkonsortiums zum Auftakt des Forschungsprojekts LaneCharge.
Ein Teil des Projektkonsortiums zum Auftakt des Forschungsprojekts LaneCharge.

Wie lässt sich die Elektrifizierung von Taxiflotten vorantreiben? Möglicherweise durch induktive Ladesysteme sowie durch geringere Akkukapazitäten – und dadurch günstigere Elektrofahrzeuge.

Das Prinzip der induktiven Energieübertragung kommt bereits in vielen Haushalten in Form von elektrischen Zahnbürsten oder Induktionskochfeldern zum Einsatz. Ein induktives Ladesystem erlaubt im Gegensatz zum konventionellen kabelgebundenen Laden eine Energieübertragung, die über einen Luftspalt erfolgt. Wenn dieses Prinzip auf das Laden von Elektrofahrzeugen übertragen wird, werden – durch den Wegfall von Ladekabeln – Ladesäulen überflüssig. Dies ermöglicht ein Neudenken des Ladevorgangs.

So ließe sich an einem Taxi-Stand ein barrierefreies Ladesystem aufbauen: Auf dem Boden liegen keine Ladekabel, wodurch eine Gefahr für Passanten ausbleibt. Zudem können die Taxen wie gewohnt der Reihe nach bequem vorrücken, ohne Ladekabel umstecken zu müssen. Der wichtigste Aspekt sind jedoch die Zwischenladungen, die sich die Taxen während des Wartens auf neue Kunden abholen können.

Neben den Mehrkosten für die Anschaffung Elektrofahrzeugen sind Taxiunternehmen nämlich hauptsächlich durch die geringen Reichweiten abgeschreckt. Die Vorteile durch das Zwischenladen sind, dass parallel zum Betrieb keine zusätzliche Zeit für den Ladevorgang benötigt wird und dass die Akkus durch das kontinuierliche Laden nicht größer als nötig dimensioniert werden müssen.

Der ökologische Vorteil

Ökologisch interessant ist, dass der Taximotor weder im Sommer noch im Winter für eine angenehme Innenraumtemperatur laufen muss. Denn die für die Klimatisierung benötigte Energie wird direkt aus dem Boden bezogen und kann emissionsfrei zum Kühlen oder Heizen genutzt werden.

Um die genannten Effekte in Zahlen darstellen zu können, wird im Rahmen des Forschungsprojekts LaneCharge am Hauptbahnhof Hannover eine Teststrecke aufgebaut. Über fast die gesamte Länge des Taxistands an der Rundestraße werden zwölf Sendespulen in die Straße integriert, um exemplarisch den Betrieb von Elektrotaxen bewerten zu können. Durch die in die Straße eingelassenen Spulen werden Stolperfallen für Passanten vermieden.

Unter Federführung der Hochschule Hannover wirken an diesem Projekt Verbundpartner aus Wirtschaft und Industrie mit: EDAG Engineering, TU Braunschweig und Sumida Components & Modules. Darüber hinaus beteiligen sich die assoziierten Partner enercity, Götting, Hallo Taxi 3811 und die Landeshauptstadt Hannover.

Das Projekt wird im Rahmen der Förderrichtlinie Elektromobilität des BMVI mit insgesamt 3,7 Mio. Euro durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert. Die Förderrichtlinie wird von NOW koordiniert und durch den Projektträger Jülich umgesetzt. Der Hochschule Hannover stehen anteilig 1,1 Mio. Euro für ihr Teilprojekt zur Verfügung.