McLaren P1 Hybrid-Rakete für die Rennstrecke

Von 0 auf 100 km/h in 2,8 Sekunden: der Supersportwagen McLaren P1.
Von 0 auf 100 km/h in 2,8 Sekunden: der Supersportwagen McLaren P1.

Während sich Formel-1-Piloten mit gerade einmal 82 elektrischen Extra-PS für zwei Sekunden begnügen müssen, stehen dem McLaren-P1-Fahrer auf Knopfdruck bis zu 30 Sekunden lang die Kraft von 179 Elektro-PS zur Verfügung – falls der 737-PS-Verbrennungsmotor mal nicht reichen sollte.

Kein ökologisches Feigenblatt, kein neuer Höchstgeschwindigkeitsrekord, keine Kompromisse: Die Entwickler des knapp über eine Million Euro teuren Supersportwagen McLaren P1 haben sich nur auf ein Ziel fokussiert – das schnellste Serienfahrzeug für die Rennstrecke zu bauen. Auch die Auslegung des Plug-in-Hybridantriebs – ein 3,8 Liter großer V8-Biturbomotor plus eine E-Maschine ­– ordnet sich dieser Vorgabe unter. Rein elektrisch fährt der P1 höchsten zehn Kilometer, Rekuperation ist für ein optimales Bremsgefühl erst gar nicht vorgesehen und das eingebaute Ladegerät lässt sich aus Gewichtsgründen herausnehmen. In diesem Fall reicht eine Runde auf der Rennstrecke, um den Akku vollständig aufzuladen.

Normalerweise unterstützt der Elektroantrieb den Verbrennungsmotor vor allem bei niedrigen Drehzahlen. Bei aktiviertem „Instant Power Assist-System“ entscheidet jedoch der Fahrer per Knopfdruck selbst, wann er die zusätzliche elektrische Leistung abrufen möchte. Das damit verbunden Beschleunigungsgefühl beeindruckt nach ersten Berichten sogar erfahrene Tester. In nüchternen Zahlen ausgedrückt: 2,8 Sekunden, 6,8 Sekunden und 16,5 Sekunden. So schnell ist der P1 auf 100 km/h, 200 km/h bzw. 300 km/h. An diesen Fabelwerten haben neben dem Antrieb auch das geringe Gewicht von 1396 Kilogramm und das komplett im Windkanal gestaltete Design ihren Anteil. Allein der ausfahrbare gewaltige Heckflügel kann einen Abtrieb von bis zu 600 kg erzeugen. Die Höchstgeschwindigkeit ist elektronisch auf 350 km/h begrenzt – mehr wird für die Rennstrecke ohnehin nicht gebraucht.

Die härteste Währung für einen Sportwagen ist immer noch die Rundenzeit auf der Nordschleife des Nürburgrings. Porsche hat mit dem ebenfalls hybridangetriebenen 918 Spyder ordentlich vorgelegt: 6:57 Minuten lautet die offiziell gemeldete Rekordzeit. McLaren rückt noch keine konkreten Zahlen heraus, aber die Rundenzeit soll deutlich unter sieben Minuten liegen. Damit wäre das große Entwicklungsziel erreicht.

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Supersportwagen McLaren P1

Supersportwagen McLaren P1