Daimler und Enercity Großspeicher aus e-mobilen Batteriesystemen in Betrieb

Großspeicher aus elektroautomobilen Batteriesystemen ging im Oktober 2017 durch die Kooperationspartner Daimler Enercity in Betrieb.
Großspeicher aus elektroautomobilen Batteriesystemen ging im Oktober 2017 durch die Kooperationspartner Daimler Enercity in Betrieb.

Die Kooperationspartner Daimler mit ihrer Tochter Mercedes-Benz Energy und Enercity haben nach ca. einjähriger Bauphase einen der größten Batteriespeicher Europas in Betrieb genommen. Der Speicher erfüllt einen besonderen Zweck: Er ist ein »lebendes Ersatzteillager« für e-mobile Batteriesysteme.

1.800 von insgesamt 3.240 der für die dritte Generation Smart-Electric-Drive-Fahrzeugflotte vorgehaltenen Batteriemodule wurden am Enercity-Standort Herrenhausen zu einem Stationärspeicher gebündelt und durch den zuständigen Übertragungsnetzbetreiber TenneT für die Erbringung von Primärregelleistung (PRL) präqualifiziert. Die Anlage stellt damit dem Markt bereits heute eine Leistung von 5 MW zur Verfügung. Die Fertigstellung der Gesamtanlage mit einer Speicherkapazität von insgesamt 17,4 MWh ist für das erste Quartal 2018 geplant.

Die für die automobile Anwendung vorgesehenen Lithium-Ionen-Batterien erbringen vor ihrem Einsatz in Elektrofahrzeugen von Daimler eine Systemdienstleistung auf dem deutschen Markt für PRL. Durch die »Lebende Lagerung« der Ersatzbatterien schaffen die Partner einen Business Case, der in dieser Form nur gemeinsam von einem Automobilhersteller und einem Energieversorgungsunternehmen realisiert werden kann. Die Partner profitieren dabei von ihren jeweiligen Kompetenzen in den Bereichen Energiewirtschaft, Systemdienstleistungen, Batterieentwicklung und -produktion sowie Vermarktung. Die Produktion der automobilen Lithium-Ionen-Batteriesysteme erfolgte durch die Daimler-Tochter Accumotive. Die Entwicklung und Produktion des Batteriespeichersystems erfolgte durch Mercedes-Benz Energy. Für die Vermarktung der Batteriespeicherleistung auf dem Regelleistung-Markt ist Enercity verantwortlich.

Durch die Vermarktung der lagernden Speicherleistung auf dem deutschen Markt für PRL leistet das Geschäftsmodell einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung des Stromnetzes und gleichzeitig zur Wirtschaftlichkeit von Elektromobilität. Bei zunehmenden Schwankungen der Stromeinspeisung aus erneuerbaren Energien, wie Wind und Sonne, dienen solche Speicher zur optimalen Ausregelung einer konstant zu stabilisierenden Netzfrequenz. Sie gleichen mit ihrer Speicherkapazität die Energieschwankungen nahezu verlustfrei aus – eine Aufgabe, die derzeit überwiegend schnell drehende Turbinen, also rotierende Massen in Großkraftwerken, übernehmen. Rund die Hälfte der geplanten Systemstränge ist mit einer Leistung von 5 MW bereits mit dem Netz gekoppelt.