7. GMM-Fachtagung Elektromagnetische Verträglichkeit in der Kfz-Technik

EMV-Messung an elektrischen Fahrzeugen

Zum Thema EMV-Messungen an Fahrzeugen mit elektrischem Antrieb berichtete Lothar Laske von BMW über die Vorgehensweise bei den unterschiedlichen Messungen unter Zuhilfenahme internationaler, öffentlicher Normen. Dabei wurden die Prüfungen ausgehend vom Gesamtfahrzeugtest bis hin zu den Komponentenverfahren vorgestellt. Als Hauptursache von Störungen in HV-Antriebssystemen wurde die Überkopplung hochfrequenter Störungen aus dem geschirmten HV-Netz in das ungeschirmte 12-V-Netz identifiziert.

Die IP-Kommunikation durchdringt immer stärker die Systemvernetzung moderner Fahrzeuge. Dadurch kommt der Ethernet-Technologie eine immer größere Rolle bei der Umsetzung von neuen Kommunikationsnetzwerken zu. So hat sich die IP-basierende Ethernet-Technologie bei der Umsetzung der Kommunikation mit Datenraten von 100 MBit/s und mehr im Kraftfahrzeug durchgesetzt. Das liegt vor allem an der Flexibilität der IP-Kommunikation und der Robustheit der Systemlösung bei vergleichsweise einfachem Aufbau des Kommunikationskanals.

Für das System 100BASE-T1, ein Projekt des FTZ e.V. an der Westsächsischen Hochschule Zwickau, konnte ein überzeugendes EMV-Verhalten erreicht werden. Doch damit nicht genug. Denn außerdem ist mit der Entwicklung von MultiGig die Erweiterung der IP-Kommunikation im Fahrzeug auf bis zu 10 GBit/s geplant.

EMV-Simulation für Hochvoltsysteme

Dr. Jan Hansen von Robert Bosch berichtet über den derzeitigen Stand der EMV-Simulation im Entwicklungsprozess in der Leistungselektronik. Er gab einen Überblick über die Einsatzmöglichkeiten und Vorgehensweisen der Simulation, insbesondere für Hochspannungs-Systeme für den Einsatz in Kraftfahrzeugen. Es stellte sich heraus, dass bei komplexen Systemen die geeignete Partitionierung des Leistungselektroniksystems entscheidend ist. Durch 3-D-Simulation der relevanten geometrischen Strukturen konnten Modelle entwickelt werden, die sich in anderen Fragestellungen wieder verwenden lassen.

Die Vermessung der geschmirmten Hallen

Besondere Aufmerksamkeit erlangte ein als CISPR 36 bezeichneter Rundversuch, an dem sich insgesamt zehn Unternehmen und Forschungseinrichtungen beteiligten. Das Ziel des Versuches war es, die geschirmten Hallen deutscher Autohersteller unterhalb von 30 MHz zu vermessen und die Ergebnisse untereinander und mit der Referenzmessung zu vergleichen. Dabei zeigte sich, dass die geschirmten Hallen im Frequenzbereich zwischen 9 und 30 MHz von ihrer Baugröße, Ferritierung und Absorbertypen gleich verhalten. Es wurde vorgeschlagen, die bei dem Versuch erzielten Messergebnisse als Referenz zu nutzen.

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