Studie Frost & Sullivan Elektrofahrzeuge werden immer beliebter - wenn die Reichweite stimmt

Noch-Vorstandschef Norbert Reithofer mit dem BMW i3.
Noch-Vorstandschef Norbert Reithofer mit dem BMW i3.

Frost & Sullivan hat die Studie »Strategic Outlook of Global Electric Vehicle Market in« veröffentlicht, die besagt, dass der Weltmarkt für Hybrid- und Elektrofahrzeuge enorme Fortschritte macht. Dabei hält Europa voraussichtlich bis Ende 2015 den zweitgrößten Marktanteil nach Nordamerika.

Der Weltmarkt für Elektrofahrzeuge macht enorme Fortschritte: Mittlerweile werden weltweit mehr als 55 Modelle angeboten. Derzeit sind mehr als 70 Prozent der auf dem Markt erhältlichen Modelle batteriebetriebene Elektrofahrzeuge und rund 25 Prozent Plug-in-Hybrid-Elektrofahrzeuge. Experten gehen davon aus, dass sich die Zahl der Plug-In-Hybride in den nächsten Jahren deutlich erhöhen wird. Der Markt wird eine größere Nachfrage für Fahrzeuge mit großer Reichweite erfahren, mit denen Kunden die Reichweitenbegrenzung der rein batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen aufheben können. Beim BMW i3 veranschaulicht die Umsatzaufteilung zwischen batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen ohne und mit Range Extender diesen Trend.

Im vergangenen Jahr wurden weltweit 304.683 Elektrofahrzeuge  (inklusive Plug-In-Hybride und Elektroautos mit Range Extender) zugelassen. 2015 wird diese Zahl voraussichtlich auf 466.407 Einheiten steigen. Ende dieses Jahres wird Nordamerika weiterhin den Markt mit einem Anteil von 36 Prozent anführen, wobei Europa und China jeweils mit einem Anteil von 27 bzw. 24 Prozent folgen.

»Elektroautobauer wie Tesla, BMW oder Daimler gehen davon aus, dass sie von Anreizen und Subventionen in China profitieren werden und haben damit klar vorgezeichnete Wachstumsstrategien, um sich fest auf dem Markt etablieren zu können«, erklärt Frost & Sullivan Automotive & Transportation Senior Research Analyst, Prajyot Sathe. Er betont: »Da jedoch die Fördermittel in China jährlich um fünf Prozent verringert werden, versuchen manche OEMs alternative Technologien wie Brennstoffzellenfahrzeuge anzubieten, für die Anreize in Frage kommen.«

Obwohl der Markt für Elektrofahrzeuge in allen Regionen wächst, hat der Gesamtumsatz die Erwartungen der Automobilhersteller bisher nicht erfüllt. Das liegt vor allem daran, dass Endnutzer ein zurückhaltendes Kaufverhalten zeigen, das auf den hohen Anschaffungspreis, die mangelnde Infrastruktur sowie die lange Ladezeit für die Fahrzeuge zurückzuführen ist.

Im Zuge der Umsatzsteigerung versuchen Automobilhersteller die Energiedichte der Lithium-Ionen-Technologie zu verdoppeln, um die Reichweite der Elektrofahrzeuge zu verbessern. »Um den Absatz weiter anzukurbeln, setzen OEMs schwerpunktmäßig auf verbesserte Versorgung und erweitern mithilfe von Partnerschaften die EV-Ladenetzwerke«, so Sathe. »Tesla baut hingegen ein proprietäres Superladenetzwerk auf und betreibt bereits mehr als 120 Stationen in den USA, 75 in Europa und 25 in Asien, wo sich die Anzahl der Ladestationen bis Ende dieses Jahres voraussichtlich verdoppeln wird.«