Bidirektionales Laden Elektroautos werden zu mobilem Stromspeichern

Der Nissan Leaf ist seit dem Modelljahr 2013 für bidirektionales Laden geeignet.
Der Nissan Leaf ist seit dem Modelljahr 2013 für bidirektionales Laden geeignet.

Nissan und der spanische Energieversorger Endesa ebnen den Weg für die Markteinführung sogenannter Vehicle-to-Grid Systeme (V2G). Damit wird das bidirektionale Laden zwischen Elektrofahrzeugen wie dem Nissan Leaf und dem Stromnetz möglich.

Bidirektionale Laden bedeutet: Ein Elektroauto kann die in der Batterie gespeicherte Energie wieder abgeben und damit beispielsweise den Strombedarf eines Hauses abdecken. Nissan und Endesa haben jetzt auf dem 85. Genfer Automobilsalon eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Ziel ist es, V2G-Systeme auf den Markt zu bringen und innovative Geschäftsmodelle zur Verbreitung dieser Technologie zu entwickeln.

Beide Nissan Elektrofahrzeuge, der Leaf (seit Modelljahr 2013) und der e-NV200, sind über ihre CHAdeMO-Schnellladeanschlüsse mit den V2G-Systemen nutzbar. Eine „Freischaltung“ durch den Kunden ist nicht notwendig. Die beiden Unternehmen haben sich auf eine Zusammenarbeit in den folgenden Bereichen geeinigt:

  • Europäische Markteinführung von V2G-Hardware und -Services
  • Erforschen neuer Einsatzmöglichkeiten gebrauchter EV-Batterien für stationäre Anwendungen (z.B. Haushalte, Gebäude, Stromnetz)
  • Entwicklung erschwinglicher Energie- und Mobilitätspakete
  • Innovative Car-Sharing-Lösungen mit Elektroautos und weitere Angebote für Gewerbekunden

Zu den Ländern mit besonders hohem Potenzial für V2G-Systeme gehören unter anderem Deutschland aufgrund seiner weitreichenden Pläne zur Energiewende sowie Dänemark mit einem sehr hohen Anteil an Windenergie. Elektrofahrzeuge könnten auf längere Sicht Teil eines komplett integrierten Systems werden. Die Nutzer könnten mit dem in den Fahrzeugbatterien gespeicherten Strom als Akteure auf dem Regelenergiemarkt auftreten und damit ihre Betriebskosten signifikant verringern. Schon in näherer Zukunft könnte der EV-Kunde nicht nur entscheiden, wann und wo er sein Fahrzeug aufladen will, sondern auch wie er die im Fahrzeug gespeicherte Energie am besten einsetzen und wiederverkaufen will. Damit ließe sich die Nutzung von Ökostrom maximieren und gleichzeitig Energie und Geld sparen.

Endesa hat die kostengünstige V2G-Technologie mit jahrelangen Tests unter realen Bedingungen zur Serienreife entwickelt. Erstmals wurde die Technik 2008 in Smartcity Malaga, dem Testgelände der Enel Gruppe für intelligente Städte, vorgestellt. 2012 präsentierte das Unternehmen eine Weiterentwicklung des Systems. Am 12. März 2015 demonstrieren Endesa und Nissan die Funktionsweise des serienreifen und kostengünstigen Systems bei einer Veranstaltung in Madrid. Weitere Projekte, unter anderem in Deutschland sind noch für 2015 geplant.