HTWG beim MotoStudent 2016 Ein Elektroantrieb auf der Ziellinie

Bei bis zu 160 km/h bewies Fahrer Johannes Müller auf der Strecke echte Nervenstärke.
Bei bis zu 160 km/h bewies Fahrer Johannes Müller auf der Strecke echte Nervenstärke.

Zum ersten Mal nahm ein deutsches Team am internationalen Konstruktionswettbewerb MotoStudent teil. Die Studenten der Hochschule Konstanz gingen mit ihrem selbst entwickelten Elektro-Rennmotorrad an den Start und konnten so manchem Konkurrenten davon fahren.

MotoStudent ist ein internationaler Wettbewerb, an dem Studenten mit einem selbst konstruierten und gebauten Motorrad teilnehmen können. Neben der regulären Kategorie für Benzin-Motorräder mit Viertaktmotoren wurde nun auch die Elektroklasse ins Leben gerufen.
Das Team der Hochschule Konstanz (HTWG) war nicht nur das erste aus Deutschland, sondern die Studenten gehören auch zu den ersten Teilnehmern der Elektroklasse. Innerhalb eines Jahres konstruierten und bauten sie ein Rennmotorrad mit Elektroantrieb.

Die Rennmaschine ist 125 kg schwer, 26 PS stark und bis zu 160 km/h schnell. Motor, Reifen und Bremsen wurden von MotoStudent gestellt. Für die übrigen Bauteile waren die Studenten selbst verantwortlich und konnten ihre Spezialkenntnisse einbringen. So konstruierten sie eine 38 kg schwere Batterie mit 494 Zellen in Sandwichbauweise und den Rahmen des Motorrads. Für die  Batterie entwickelten sie ein ausgefeiltes Kühlsystem. Zu Beginn des Wettbewerbs muss jedes Motorrad mehrere statische Sicherheitstests bestehen, bei denen Schutzmaßnahmen, mechanische Stabilität und die Sicherheit der Elektrik geprüft werden. Die Konstruktion der HTWG bestand die vom Veranstalter vorgeschriebenen Sicherheitscheck ohne Probleme – die Maschine konnte sogar aufgrund des gut ausgelegten Fahrwerks beim Bremstest den ersten Platz belegt.

Das Team »eLaketric« hatte sich bei der Gründung das Ziel gesetzt »eine Platzierung im ersten Drittel« zu erreichen. Genau das haben die Studenten geschafft: In der Dynamik-Gesamtwertung belegte sie Platz vier unter 18 gemeldeten Teams in der Elektroklasse – auch dank der Nervenstärke von Fahrer Johannes Müller. »Alle Fahrer waren ziemlich nervös vor dem Rennen«, erinnert er sich. Auf der 25,4 km langen Strecke ließ er sich bei bis zu 160 km/h jedoch nicht verunsichern, obwohl  bei der Trainingsfahrt einen Tag zuvor die Maschine plötzlich ausgefallen war. Bis zwei Uhr nachts hat das Team getüftelt, bis der technische Defekt im Leistungsrelais behoben war.

»Bei MotoStudent handelt es sich um einen Ingenieurswettbewerb. Es geht nicht darum, wer den besten Fahrer hat, sondern der Erfolg hängt zu 90 Prozent von der Technik ab«, erläutert  Dr. Florian Lang, Leiter des Studiengangs Automobilinformationstechnik. Er ist Initiator des Projekts und steht eLaketric als Tutor beratend zur Seite.

Der Weg bis zum Start in Aragón war kein leichter. Zunächst mussten sich die Studierenden die Infrastruktur an der Hochschule aufbauen, Sponsoren für ihr Projekt suchen und sich als Team finden, schließlich waren die Kompetenzen verschiedener Studiengänge der HTWG gefragt. Doch die Arbeit hat sich gelohnt und mit dem diesjährigen Ergebnis möchte das Team um neue Mitglieder und Sponsoren werben. Das eLaketric-Racing-Team brennt gleichermaßen für Motorrennsport wie für Elektromobilität und verbindet Idealismus mit Zukunftsorientierung und Spaß: »Wir wollen einen Beitrag zur Energiewende leisten, Innovationen in der Praxis umsetzen und einen zukunftsorientierten Rennsport befördern«, sagt Lucas Boxan, der im 5. Semester Elektrotechnik und Informationstechnik studiert.