Elektromobilität für die Stadt Design für Elektro-Kleinstwagen CITY-eTaxi enthüllt

In Innenstädten soll der Elektrokleinstwagen CITY-eTaxi Personen und Güter lokal emissionsfrei befördern.
In Innenstädten soll der Elektrokleinstwagen CITY-eTaxi Personen und Güter lokal emissionsfrei befördern.

Form follows function. Diesem Designergrundsatz folgten Entwickler und Designer beim Keinstwagen CITY-eTaxi, der Dank Elektroantrieb die lokalen Emissionen in Innenstädten reduzieren soll. Am 2. Juni 2016 wurde in München der Designprototyp präsentiert.

Zwei Fahrzeuge in Einem und drei Hauptinnovationen stecken im CITY-eTaxi genannten Elektroauto, das im Projekt „ Adaptive City Mobility“ (ACM) entwickelt wurde. Das ACM ist eines der Leuchtturmprojekte der Elektromobilität, die von der Bundesregierung gefördert wurden. Nur für den innerstädtischen Betrieb konzipiert soll der 3,3 m kurze Kleinstwagen – rund 20 cm kürzer als ein Fiat 500 und ein Smart Forfour – ­als Pkw bis zu drei Personen bequem und sicher befördern und auch als Nutzfahrzeug Lasten transportieren. Bis zu 380 kg Zuladung sind möglich, ohne Rücksitzbank fasst Laderaum hinter dem Fahrer eine Europalette.

Die Beschränkung auf den Innenstadtverkehr erlaubt, das Fahrzeug für eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h und eine Reichweite von 120 km auszulegen. Damit Leichtbaumethoden konsequent angewendet werden können, reduzierten die Konstrukteure und Designer das Fahrzeug auf die wesentlichen Funktionen für den rein gewerblichen Einsatz als Taxi, Kleintransporter oder Mietwagen (Carsharing). Ergebnis: Mit einer Masse von 550 kg ist das CITY-eTaxi etwa nur ein Viertel so schwer wie ein typisches SUV, die aktuell in Deutschland beliebteste Fahrzeugklasse mit Verbrennungsmotor. Zum Antrieb genügen zwei Elektromotoren an den Hinterrädern mit zusammen 15 kW.

Drei Hauptinnovationen sollen Erfolg bringen

Ultraleichtbau, Akkuwechselsystem und modernes Flottenmanagement mit vernetzter Fahrzeugflotte, Internetpräsenz und Smartphone-Apps sollen gewerbliche Fahrzeughalter zum Umstieg auf Elektromobile, speziell vom Typ CITY-eTaxi, bewegen. Paul Leibold, Initiator des ACM-Projektes, verkündet stolz, dass die jährlichen Betriebskosten eines CITY-eTaxi im Taxieinsatz 12.000 Euro unter denen eines heutigen Taxifahrzeuges mit Dieselmotor liegen.

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Designprototyp CITY-eTaxi

Bilder des Elektrokleinstwagens CITY-eTaxi

Ein Auto mit zwei Türen für drei Personen

Das Design des CITY-eTaxi stammt von Prof. Peter Naumann von der Hochschule für angewandte Wissenschaften München, der zusammen mit dem Projektinitiator Paul Leibold den Designprototypem in München enthüllte und ausführlich vorstellte. Die aus mehreren Elementen bestehende Karosserie des Designprototypen wurde aus Kunststoffschaum gefräst. Beispielsweise sind die Kotflügel und der Kofferraum als Einzelteil angebaut um deren Schutzfunktion für die Fahrgäste auch sichtbar hervorzuheben. Auch der Träger der Frontscheinwerfer sitzt als Einzelteil unter der Frontscheibe und bildet mit dem Armaturenbrett ein gemeinsames Bauteil. Dies hat Vorteile in der Produktion, da die elektrischen Systeme konzentriert verbaut werden, ist aber auch im Falle eines Auffahrunfalles vorteilhaft, da die teuren LED-Scheinwerfer mit Abstand hinter der als Knautschzone dienenden Fahrzeugfront platziert sind

Für den Einsatz als Taxi genügen drei Sitzplätze. Die mittige Anordung des Fahrers hat den Vorteil, dass beide Fondpassagiere mehr Beinfreiheit haben - wodurch auch erst die 3,3 m kurze Bauweise möglich wird. Damit der Fahrer bequem ein- und aussteigen kann, wurde der Fahrersitz mit einem seitenverschiebbarem Sitzkissen ausgestattet. Zum gewohnten Ein- und Ausssteigen in Türnähe wird die Sitzfläche zu Seite geschwenkt. Als Taxi genügen auch zwei Türen, diagonal versetzt. Eine Fahrertür vorne links und eine Fahrgasttür hinten rechts, damit die Fahrgäste zum Bürgersteig hin aussteigen können. Die beiden Türen sind wie die feststehenden Seitenteile der Fahrgastzelle komplett transparent aus Plexiglas gefertigt, um Gewicht zu sparen. Interessantes Detail für die gewerblichen Nutzer: In die große Hecktür ist ein Display eingearbeitet, dass zu Werbezwecken genutzt werden soll.

Schnellladung durch Akkuwechsel

Anders als bei den Elektrofahrzeugen der bekannten Automobilhersteller sind die Akkus im CITY-eTaxi nicht fest verbaut, sondern können per Hand schnell gewechselt werden. Das Konzept mit sechs Wechsel-Akkusätzen im Fahrzeugboden, drei auf jeder Seite, hilft Gewicht zu sparen. Statt Akkus mit möglichst großer Kapazität einzubauen, um möglichst große Strecken zwischen den Ladepausen fahren zu können, setzen die Konstrukteure des CITY-eTaxis auf den schnellen Tausch des leeren Akkus gegen einen vollen, damit das Fahrzeug rund um die Uhr genutzt werden kann. Flottenbetreiber und Taxiunternehmen müssen keine Stillstandszeiten ihrer Elektrofahrzeuge hinnehmen und sparen noch dazu Platz. Statt Ladesäulen mit ausreichend Stellplätzen für die Elektrofahrzeuge auf dem Hof vorzuhalten, genügt für die CITY-eTaxi-Flotte ein Stellplatz vor der Akku-Wechselstation. Selbst der Akkuwechsel im Einsatz, an beliebigen Orten, ist denkbar. Statt mit fast leeren Akkus zur Wechselstation zu fahren, können voll geladene Akkus auch zu den jeweils leeren Fahrzeugen transportiert werden. Sogar der Einsatz von „Tankfahrzeugen“ mit Wechselakkusätzen im Laderaum ist möglich und kann per Flottenmanagement genau gesteuert werden.

Die von der BMZ GmbH aus Karlstein entwickelten Li-Ionen-Akkusätze mit 48 V können 1,9 kWh Energie speichern. In den 15 kg schweren Akkusätzen sind zylindrische Zellen des Typs 18650 von Panasonic verbaut, aber auch Zellen anderer Hersteller können verwendet werden. Für den Betrieb des CITY-eTaxis müssen mindestens vier Akkusätze eingesetzt werden. Je zwei Akkusätze werden in Reihe geschaltet um die Spanung für den Antrieb auf 100 V anzuheben. Die Konstruktion der Akkusätze ist eigensicher gestaltet. Bevor sie aus dem Fahrrzeug entnommen werden können, schalten sie sich ab und die Kontakte sind inaktiv. So können auch Laien die Akkusätze gefahrlos hanhaben und transportieren. Die neu eingesetzten Akkusätze werden erst nach einer automatischen Prüfung und Authentifizierung im Fahrzeug freigegeben. So wird auch sichergestellt, dass stets Akkusätze mit weitgehend gleichem Ladezustand im Fahrzeug betrieben werden.