Ladestandard für die Elektromobilität Das Laden elektrischer Nutzfahrzeuge soll genormt werden

Der VDA und der VDE streben in ihrer strategische Partnerschaft die Standardisierung der Elektromobilität für Nutzfahrzeuge an.
Der VDA und der VDE streben in ihrer strategische Partnerschaft die Standardisierung der Elektromobilität für Nutzfahrzeuge an.

Elektrische Antriebe setzen sich auch bei schweren Nutzfahrzeugen Stück für Stück durch. Ein einheitliches Ladesystem dagegen fehlt. Eine Initiative aus VDA und VDE strebt eine internationale Regelung an, die auf dem bereits in e-Autos bewährten Combined Charging System (CSS) basiert.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) und sein Normenausschuss Automobiltechnik (VDA|NA Automobil) und die vom Verband der Elektrotechnik Elektronik und Informationstechnik (VDE) getragene VDE|DKE arbeiten gemeinsam an einer Normung und Standardisierung für das Laden batteriebetriebener Nutzfahrzeuge.

In elektrisch betriebenen Nutzfahrzeugen, wie etwa E-Schiffen, E-Flugzeugen oder elektrisch betriebenen Baumaschinen verbaute Traktionsbatterien benötigen zum Beispiel höhere Ladeleistungen. Das aktuell genutzte CCS-Ladesystem erfüllt nicht alle Anforderungen. Gemeinsam mit Vertretern der Industrie haben die beiden Verbände bereits einen Anforderungskatalog auf Fahrzeug- und Ladeinfrastrukturseite zu erstellt. Ziel ist es, Entwürfe für die neue Ladenorm noch in diesem Jahr auf internationaler Ebene abstimmen zu können.

Anforderungen und Leistungsparameter der neuen Ladeschnittstelle

Das Gremium hat beschlossen, dass die neue Ladeschnittstelle für schwere Nutzfahrzeuge grundsätzlich auf den Standards des bewährten CCS beruhen soll, aber spezische Anpassungen für die Nutzfahrzeuge braucht. Wichtig sind den Vertretern des VDA und VDE insbesondere eine leistungsfähige Steckverbindung und Obergrenzen für Leistungsparameter. »Soweit technisch möglich, wollen wir die Maximalanforderungen erfüllen, um die Stecker branchenübergreifend einsetzen zu können«, sagt Dr. Ralf Petri, Leiter Mobilität und Logistik im VDE.

In den Gesprächen der Verbände wurden unter anderem die infrastruktur- und fahrzeugseitige Kühlung sowie die Handhabung des Stecksystems besprochen. „Es müssen sowohl beim manuellen wie auch automatischen konduktiven Laden alle physikalischen, wirtschaftlichen und sicherheitsreleavanten Bedingungen erfüllt werden, ebenso die Vorgaben der Berufsgenossenschaft sowie regional und international gültige Grenzwerte“, fügt Dr. Petri hinzu.

Die beiden Verbände VDA und VDE streben für den neuen Ladestandard eine enge Kooperation mit der nordamerikanischen Industrie und den dortigen Normungsgremien an. Als nächstes Etappenziel soll eine technische Spezifikation für die neue Steckverbindung und die dazu notwendigen Änderungen jetziger Normen auf nationaler Ebene erarbeitet werden. Ziel ist es, den internationalen Gremien möglichst komplette Bausteine für die betroffenen IEC- und ISO-Standards bereitzustellen.