Elektromobilität im Fokus Daimler steigert Batterie-Produktion in Sachsen

Die beiden Werke in Kamenz sind nach Industrie 4.0. automatisiert und Co2-neutral ausgelegt.
Die beiden Werke in Kamenz sind nach Industrie 4.0-Standards automatisiert und Co2-neutral ausgelegt.

Die Mercedes-Benz AG investiert mehr als 1 Milliarde Euro in einen globalen Batterie-Produktionsverbund. Das Werk im sächsichen Kamenz nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein, bald werden dort ein halbe Million Batteriesysteme für Hybrid-, Plug-in-Hybrid- und rein elektrische Fahrzeuge gefertigt.

Mercedes-Benz will seine Elektro-Offensive weiter kräftig vorantreiben. Das Unternehmen bietet Stand jetzt in jedem seiner Segmente elektrifizierte Modelle an, mit unterschiedlichen Antrieben wie 48-Volt-Bordnetz (EQ Boost), Plug-in-Hybride (EQ Power) und Vollstromern (EQ). In einer Pressemitteilumng hat der Konzern nun angekündigt, in Zukunft insbeosndere den Anteil rein elektrischer Fahrzeuge steigern zu wollen. Und hat ambitionierte Pläne: Bis Ende dieses Jahres sollen fünf vollelektrische Modelle sowie 20 Plug-in-Hybride im Sortiment sein. Mittel- und langfristig sollen innerhalb einer Dekade mehr als zehn vollelektrische EQ-Modelle in Serie gehen, innerhalb von zwei Dekaden will der Konzern seine Neuwagenflotte CO2-neutral halten. Bereits 2030 will das Unternehmen mehr als 50 % des Pkw-Absatzes mit Plug-in- Hybriden oder vollelektrischen Fahrzeugen erreichen. 

Lokale Batteriefertigung als Wettbewerbsvorteil

Mercedes-Benz investiert nach eigenen Aussagen mehr als eine Milliarde Euro in den Aufbau eines globalen Batterie-Produktionsverbunds innerhalb des weltweiten Produktionsnetzwerks von Mercedes-Benz Cars. Dieser wird künftig aus neun Fabriken an sieben Standorten auf drei Kontinenten bestehen. Mercedes-Benz betont, wie wichtig es im Rahmen dieser Strategie ist, Batterien lokal zu fertigen und diese Regionaliät und Flexibilität zu nutzen. In der sächsischen Kleinstadt Kamenz fertigt das Unternehmen in zwei Batteriefabriken neben Antriebsbatterien für Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeuge auch Batterien für 48-Volt-Systeme.

Jörg Burzer, Vorstand für Produktion und Supply Chain Management bei Mercedes-Benz sagt:


»Der Standort Kamenz ist einer der Pioniere unserer Batterieproduktion und als Kompetenzzentrum eine Art Blaupause für die Werke in unserem globalen Batterie-Produktionsverbund.«


In Kürze sollen weitere Standorte bei Stuttgart, in Jawor, Polen sowie in Tuscaloosa, Alabama hinzukommen.

Sukksesive Steigerung der Produktionsvolumina

Seit 2012 wird am Standort Kamenz mit 1.300 Mitarbeitern produziert, bis heute weit mehr als eine halbe Millionen Batterien auf Basis der Lithium-Ionen-Technologie. 2018 wurde das Werk um eine zweite Batteriefabrik erweitert, seitdem werden die Produktionskapazitäten auf den insgesamt 80.000 m2 schrittweise erhöht. Die Fertigung der Lithium-Ionen-Batterien ist nach Industrie 4.0.-Standards aufgebaut und umfasst mehrere rund 170 Meter lange Fertigungsstraßen mit jeweils mehr als 30 Fertigungsstationen und einer Vielzahl an Produktionsschritten. So werden aus 384 Batteriezellen und weiteren Komponenten einbaubereite Batteriesysteme. Die Batteriezellen werden bespielsweise mit einem Laser und nur 2µm Toleranz mit Hilfe moderner von Robotern verschweißt. Auch die Batterien für den gerade vorgestellten Van EQC werden so produziert, die moderne Fertigúngstechnik garantiert unter anderem die vollständige Rückverfolgbarkeit jeder ausgelieferten Batterie und ihrer Komponenten inklusive all ihrer Fertigungsdaten.

Nicht nur die Batterien selbst sollen dem Klima zu gute kommen, auch die Fabrik an sich wurde als CO2-neutrale Fabrik konzipiert: Ein Blockheizkraftwerk und eine Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von zwei Megawatt versorgen in Verbindung mit Geothermie die Produktionsanlagen mit Energie.