Öko-Institut fordert Recycling-Quote China ist der EU einen Schritt voraus – mindestens

Das Öko-Institut fordert von der EU Maßnahmen für das Sammeln, die Zweitnutzung und das Recyceln gebrauchter Batterien sowie Ziele für die Rückgewinnung wichtiger Rohstoffe wie Lithium, Kobalt und Nickel.
Das Öko-Institut fordert Maßnahmen für das Sammeln, die Zweitnutzung und das Recyceln gebrauchter Batterien sowie Ziele für die Rückgewinnung wichtiger Rohstoffe.

Batteriehersteller müssen in China über Ladekapazität und Bestandteile informieren und Alt-Batterien dem Recycling zuführen. Die Europäische Kommission hat das Öko-Institut beauftragt, die Europäische Batterierichtlinie hinsichtlich eines potenziellen Anpassungsbedarfs zu bewerten.

Die chinesische Regierung hat kürzlich gesetzliche Maßnahmen für den Umgang mit Batterien von Elektrofahrzeugen beschlossen. Akku-Hersteller sollen demnach technische Details zur Demontage und Wiederverwertung der Batterien kommunizieren sowie entsprechende Schulungsmaßnahmen für Autohersteller anbieten.

Damit ist China der Europäischen Union einen deutlichen Schritt voraus, was die Regulierung der Rohstoffe für die E-Mobilität betrifft – nach Auffassung des Öko-Instituts.

Verbindliche EU-Vorgaben erforderlich

Das Öko-Institut ist überzeugt, dass die Europäische Union verbindliche Maßnahmen für die nachhaltige Entwicklung der Elektromobilität und der Batterietechnik definieren muss. Dazu zählen beispielsweise ambitionierte Ziele für das Sammeln, die Zweitnutzung und das Recyceln gebrauchter Batterien sowie spezifische Ziele für die Rückgewinnung strategischer Rohstoffe wie Lithium, Kobalt und Nickel.

»China hat im vergangenen Jahr mit Quoten für die Marktanteile von Elektrofahrzeugen ab 2019 vorgelegt und zieht nun mit Regeln für die Nachnutzung und Wiederverwertung nach«, fasst Dr. Matthias Buchert, Leiter des Institutsbereichs Ressourcen & Mobilität am Öko-Institut, zusammen. »Die EU darf hier nicht zurückbleiben und muss dringend eigene anspruchsvolle Standards für den Umgang mit den wertvollen Rohstoffen festlegen.«

Weiter sieht das Öko-Institut Regelungsbedarf, um gebrauchte Batterien aus E-Autos als stationäre Speichersysteme wiederzuverwenden. Damit der Umbau solcher Batterien sicher und effizient erfolgen kann, müssen qualifizierte und standardisierte Tests und Arbeitsverfahren flächendeckend eingeführt werden.

Elektromobilitäts-Markt China

Die chinesische »Resource Recycling Association« erwartet bis zum Jahr 2020 fünf Millionen elektrische und Plugin-Hybridfahrzeuge auf Chinas Straßen. Im Jahr 2017 wurden im chinesischen Markt insgesamt 777.000 Elektrofahrzeuge verkauft – 53 Prozent mehr als im Vorjahr. Das chinesische Forschungszentrum für Automobiltechnik (CATARC) rechnet daher für China zwischen 2018 und 2020 mit 120.000 bis 200.000 Tonnen gebrauchter Batterien jährlich – ab 2025 sogar mit 350.000 Tonnen/Jahr.