DLT von Bosch in der »Economy of Things« Wenn das E-Auto mit der Ladesäule über Gebühren verhandelt

DLT als Schlüsseltechnik für die Economy of Things – ein sicheres Ökosystem für Kommunikation und Interaktion zwischen vernetzten IoT-Teilnehmern.
Distributed Ledger Technologien als Schlüssel für die »Economy of Things« – ein sicheres Ökosystem für Kommunikation und Interaktion zwischen vernetzten »Internet of Things«-Teilnehmern.

Im Rahmen der Bosch Connected World 2019 in Berlin verkündete Bosch, dass bald 125.000.000 vernetzte Autos unterwegs sein werden. Das Unternehmen arbeitet nun mit Partnern an sicheren Ökosystemen zur Kommunikation und Interaktion – mit Distributed Ledger Technologien (DLT) wie Blockchain.

Bosch ist überzeugt, dass vernetzte Fahrzeuge künftig mit anderen »Internet of Things« (IoT)-Teilnehmern Geschäftsbeziehungen pflegen und Verträge (»Smart Contracts«) abschließen werden. Im Bereich der Mobilität könnten so schon bald Mautgebühren, Parkplätze oder das Laden des Elektrofahrzeugs automatisiert abgerechnet werden.

Für die Zukunfts-Szenarien erprobt das Unternehmen nun neue Techniken auf Basis der Distributed Ledger Technologien (DLT). Kern von DLT sind dezentrale Strukturen im Internet: Die Daten liegen verteilt auf einer Vielzahl verschiedener Server und sind daher unabhängig von großen Internet-Plattformen. Darüber hinaus sind dezentrale Plattformen, die von einem Ökosystem vieler Partner betrieben werden, sicherer gegenüber Angriffen von außen. Ein Schlüsselfaktor für Bosch ist dabei, dass die Kunden die Datenhoheit behalten.

Szenario Ladesäule

In Kooperation mit EnBW arbeitet Bosch an einem Prototyp zur Verbesserung des Ladevorgangs von Elektrofahrzeugen – erste Tests laufen derzeit. Dabei wird der Ladeprozess, von der Auswahl der Ladestation über die Reservierung bis zur Bezahlung, vereinfacht und auf den Kunden zugeschnitten. Beispielsweise bietet die entwickelte Software in Kombination mit einem Ladesäulenmanager unterschiedliche Preismodelle an – je nach Verfügbarkeit von Ladesäulen und erzeugtem Strom aus erneuerbaren Quellen. Die Reservierung und Bezahlung erfolgt dann automatisch über die Blockchain.

Szenario Parkplatz

Bosch entwickelt mit Siemens ein auf Blockchain-basierendes intelligentes Parkmanagementsystem, so dass kostenpflichtiges Parken einfacher wird. Entsprechende Prototypen haben die Unternehmen bereits auf dem Forschungscampus von Bosch in Renningen und auf dem Siemens Campus in München umgesetzt. Das Fahrzeug kommuniziert direkt mit umliegenden Parkmöglichkeiten und verhandelt die Konditionen. Sobald der Fahrer an der jeweiligen Parkschranke vorfährt, identifiziert sich das Fahrzeug und die Schranke öffnet sich. Beim Ausfahren erhält der Fahrer sofort freie Fahrt, da das Auto bereits mit der Schranke kommuniziert und die Parkgebühr mittels virtueller Geldbörse beglichen hat.