TÜV Nord & Spirent Kooperation bei der Testentwicklung von Ethernet im Auto

Der TÜV Nord hat mit Spirent eine Vereinbarung über die Entwicklung von Testdienstleistungen für Ethernet-basierte Netze in Kraftfahrzeugen geschlossen. Ziel ist die Erarbeitung von Testszenarien zur Prüfung der Funktionalität und Sicherheit dieser Datennetze.

Auch im Auto wächst das Volumen der zu übertragenen Datenmengen drastisch an. Kameras, Sensoren und Infotainment-Systeme verlangen nach zunehmend höheren Bandbreiten. Die bisher verwendeten Technologien sind diesen Anforderungen in Bezug auf Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit nicht mehr gewachsen. Deshalb hält die in Telekommunikations- und Datennetzen erprobte Ethernet-Technologie mehr und mehr Einzug in Fahrzeuge. In der Praxis muss die Technik allerdings an die besonderen Anforderungen angepasst werden. Hersteller und Zulieferer arbeiten deshalb in verschiedenen Organisationen an der Entwicklung entsprechender Standards.

Datennetze in Automobilen müssen jedoch hohe Ansprüche an die Zuverlässigkeit und Sicherheit erfüllen. Das kann nur durch umfangreiche Tests bei der Entwicklung und vor der Freigabe zur Serienreife sichergestellt werden. Hier wird künftig der TÜV Nord in Zusammenarbeit mit Herstellern und Zulieferern von Netzwerkkomponenten entsprechende Testszenarien entwickeln. Innerhalb des TÜV Nord unterstützt das Institut für Fahrzeugtechnik und Mobilität mit fast 100 Mitarbeitern die Automobilbranche bei der Entwicklung von Systemen und der Prüfung nach internationalen Normen.

„Der Einsatz von Ethernet wird sich in den kommenden Jahren als De-Facto-Standard für breitbandige Datennetze im Auto etablieren“, erklärt Heiko Ehrich, Leiter Automotive Electronics & Car IT bei TÜV Nord. „Aber gerade bei neuen Technologien können nur ausgereifte Tests die notwendige Sicherheit garantieren. Hier fehlt es bei Herstellern und Zulieferern noch an entsprechenden Lösungen und Erfahrungen bei der Erarbeitung der Testszenarien.“ Zum Beispiel wird im Rahmen von Arbeitsgruppen des Industriekonsortiums OPEN Alliance SIG (zu den Mitgliedern gehören BMW und Continental) deshalb intensiv an der Entwicklung von Testszenarien gearbeitet, die allerdings nur eine Leitlinie für die Hersteller bieten können. „Jeder Hersteller hat seine eigenen Ausprägungen bei der Fahrzeugentwicklung. Deshalb müssen auch die Tests individuell auf die Konzepte abgestimmt sein“, so Ehrich weiter.

Grundlage für die Durchführung entsprechender Testreihen bildet ein Testsystem, das in der Lage ist, die entwickelten Lösungen im Hinblick auf Leistungsfähigkeit, Zuverlässigkeit und Sicherheit unter realitätsnahen Verhältnissen zu überprüfen. Hier setzt der TÜV Nord auf ein Testsystem von Spirent. „Spirent ist der erste Hersteller, der eine BroadR-Reach-basierte Testlösung entwickelt hat. Damit unterstreichen wir unsere umfangreichen Aktivitäten für die Kraftfahrzeugindustrie“, erklärt dazu Thomas Schulze, Business Development Director der Automotive Business Unit bei Spirent.

Der TÜV Nord stellt zusammen mit Spirent das neue Dienstleistungsangebot auf dem Automotive Ethernet Congress vom 4. bis zum 5. Februar 2015 in München vor.