Tesla und Apple tragen Unfall-Mitschuld US-Unfallermittler fordern schärfere Regeln für Assistenzsysteme

Die Unfallszene nach dem tödlichen Unfall mit einem Tesla Modell X auf dem Highway 101 bei Mountain View im März 2018, bei dem das Fahrzeug vom Autopilot in einen Betonpoller zwischen den Fahrspuren gelenkt wurde. Aufgrund derartiger Fälle wollen die Unfallermittler der US-Behörde NTSB striktere Regeln für Fahrassistenzsysteme durchsetzen, weil sie Menschen am Steuer das Gefühl falscher Sicherheit geben können.
Die Unfallszene nach dem tödlichen Unfall mit einem Tesla Modell X auf dem Highway 101 bei Mountain View im März 2018, bei dem das Fahrzeug vom Autopilot in einen Betonpoller zwischen den Fahrspuren gelenkt wurde. Aufgrund derartiger Fälle wollen die Unfallermittler der US-Behörde NTSB striktere Regeln für Fahrassistenzsysteme durchsetzen, weil sie Menschen am Steuer das Gefühl falscher Sicherheit geben können.

Unfallermittler der US-Behörde NTSB wollen striktere Regeln für Fahrassistenzsysteme durchsetzen, weil sie Menschen am Steuer das Gefühl falscher Sicherheit geben können. So wollen sie, dass bei Autos mit hochentwickelten Assistenzsystemen rigoros überwacht wird, ob der Fahrer abgelenkt ist.

Im März 2018 kam es zu einem tödlichen Unfall mit einem Tesla Model X, dessen Autopilot eingeschaltet gewesen war. Zudem war der Fahrer durch ein Spiel auf seinem iPhone abgelenkt. Die NTSB sieht eine Teilschuld bei Tesla, denn der Autobauer erwecke mit seinem Autopilot das Gefühl in einem automatisiertem Fahrzeug zu sitzen. »Es ist an der Zeit, zu verhindern, dass Fahrer in teilweise automatisierten Wagen so tun können, als hätten sie selbstfahrende Autos. Denn sie haben keine selbstfahrenden Autos«, erklärte NTSB-Chef Robert Sumwalt bei einer Anhörung am 25.02.2020. Die Assistenzsysteme können zum Beispiel die Spur, den Abstand zum vorderen Fahrzeug und die vorgeschriebene Geschwindigkeit halten.

Der Autopilot lenkte das Fahrzeug beim Unfall in einen Betonpoller zwischen den Fahrspuren. Die NTSB kam zu dem Schluss, dass sich das System von einer abgenutzten Fahrbahn-Markierung täuschen ließ. Sie stellte aber auch fest, dass sich der Fahrer so sehr auf die Software verließ, dass er während der Fahrt mit einem Handy-Spiel beschäftigt war. Tesla verwies seinerzeit darauf, dass der Fahrer in den letzten sechs Sekunden vor dem Aufprall die Hände nicht am Steuer hatte.

Zugleich betonten die NTSB-Ermittler, dass der Fahrer den Unfall vermutlich überlebt hätte, wenn die vorgesehene Metall-Barriere vor dem Betonpoller intakt gewesen wäre. Diese war aber nach einem früheren Unfall nicht schnell erneuert worden. Die Ermittler kritisierten auch, dass der Fahrer – ein Apple-Mitarbeiter – sein Dienst-iPhone frei nutzen konnte, während er am Steuer saß.

Tesla hatte nach früherer Kritik bereits den Zeitraum verkürzt, nach dem der Autopilot einen Fahrer warnt, wenn das System seine Hände nicht auf dem Lenkrad spürt. Die NTSB will aber effizientere Systeme zur Überwachung der Aufmerksamkeit durchsetzen. Die Behörde, die unter anderem bei Flugzeugabstürzen ermittelt, kann zwar nur Empfehlungen abgeben. Diese führen aber oft zu Regeländerungen.