Level-4-Funktionen erleben Toyota testet Forschungsfahrzeug im öffentlichen Verkehr

Der P4 basiert auf der Luxuslimousine Lexus LS 500h.
Toyota testet im Sommer 2020 sein Forschungsfahrzeug P4 im öffentlichen Verkehr, das automatisiert nach SAE-Level 4 fährt.

Toyota stellt die autonomen Fähigkeiten seines Testfahrzeugs P4 im kommenden Sommer in Tokio unter Beweis. Das nach SAE-Level 4 fahrende Fahrzeug kommt von Juli bis September 2020 im Bezirk Odaiba zum Einsatz, das mit Fußgängern, Straßenverkehr und großen Gebäuden eine Herausforderung ist.

Die Öffentlichkeit ist eingeladen, am Feldversuch teilzunehmen: Unter den angemeldeten Interessenten werden Personen ausgewählt, die an den Testfahrten teilnehmen können. Aus gesetzlichen Gründen ist dabei auch ein Sicherheitsfahrer an Bord.

Der Anfang des Jahres auf der CES 2019 präsentierte Plattform 4 (P4) basiert auf der Luxuslimousine Lexus LS 500h. Er wird für die Entwicklung und Erprobung der aktiven »Guardian«-Sicherheitssysteme, die den Fahrer überwachen und nur bei Bedarf eingreifen, sowie der autonomen »Chauffeur«-Fahrtechnologien eingesetzt. Dabei nutzt der P4 neue Fahrwerks- und Lenkungstechnologien des LS, die ein reaktionsschnelles und sanftes Manövrieren während der automatisierten Fahrt ermöglichen.

Im Vergleich zum früheren Forschungsfahrzeug verfügt der P4 unter anderem über zusätzliche Kameras an den Seiten, zwei neue Bildsensoren, die nach vorne und hinten gerichtet sind, und ein optimiertes Radarsystem. Die größere Rechenleistung sorgt dafür, dass die Systeme mehr maschinelle Algorithmen parallel betreiben und so schneller lernen können. Die Informationen der Sensoren werden schneller verarbeitet, damit das Fahrzeug schneller auf die Umgebung reagieren kann. Die gesamte Leistung für das Rechensystem wird aus der Hybridbatterie bezogen, die 12-V-Batterie dient lediglich als Backup.

Das TRI hat den P4 bislang auf seinem abgesperrten Testparcours im US-Bundesstaat Michigan getestet. Dort wurden die anspruchsvollsten Besonderheiten der Infrastruktur aus Odaiba nachgebaut, in der sich der P4 autonom bewegen muss. Weitere Tests der P4-Software werden auf den öffentlichen Straßen in Odaiba sowie rund um die Forschungseinrichtungen des TRI in Ann Arbor (Michigan) und Los Altos (Kalifornien) durchgeführt. Ein um automatisierte Fahrfunktionen erweiterter Lexus LS in seiner Serienversion ist außerdem derzeit auf definierten Strecken in Brüssel unterwegs.