Forum Funktionale Sicherheit 2015 Safety + Security = Sicherheit

Für Themen, wie automatisiertes Fahren oder Car2X-Kommunikation spielt Sicherheit (Safety und Security) eine entscheidende Rolle.
Für Themen, wie automatisiertes Fahren oder Car2X-Kommunikation spielt Sicherheit (Safety und Security) eine entscheidende Rolle.

Fehlfunktionen und Ausfälle sicherheitskritischer elektronischer Systeme im Fahrzeug können schnell zu Unfällen führen und dürfen daher nicht passieren bzw. müssen kompensiert werden. Welche Lösungen es von Seiten der Automobilhersteller, Zulieferer, Komponenten- und Werkzeughersteller gibt, zeigt das Forum Funktionale Sicherheit der WEKA Fachmedien.

Am 08. und 09.Juli 2015 veranstalten die WEKA Fachmedien zum dritten Mal in Folge das "Forum Funktionale Sicherheit" rund um die Applikationsthemen Automotive und Industrie. Insbesondere in Hinblick auf das automatisierte Fahren spielt funktionale Sicherheit die alles entscheidende Rolle. Der für den Automotive-Bereich definierte Standard ISO 26262 umfasst alle Aktivitäten zur Entwicklung sicherheitsrelevanter E/E-Systeme – von der Entwicklung, Produktion, Betrieb bis hin zu Dienstleistungsprozessen. Die Automotive-Tracks des Kongresses setzen sich intensiv mit diesem Thema auseinander und zeigen auf, wie die ISO 26262 umgesetzt wird und welche Herausforderungen es noch zu meistern gilt. Darüber hinaus widmet sich der Automotive-basierte Teil des Kongresses der Security, denn Safety lässt sich ohne Datensicherheit und Manipulationsschutz sicherheitskritischer Systeme nicht gewährleisten.

Grundlagen und Architektur

Sie meinen, Sie wissen, was die ISO 26262 beinhaltet und wie Sie die Norm umsetzen müssen? Stefan Kriso von Robert Bosch könnte Sie eines Besseren belehren. Er zeigt Lücken und Grenzen der ISO 26262 auf, erklärt warum es diese gibt und wie sich trotzdem vernünftig mit der ISO arbeiten lässt.

Das Unternehmen Elektronische Fahrwerksysteme setzt sich mit „Funktionale Sicherheit beim Einsatz von Hochintegrationsplattformen im Fahrwerk“ auseinander. Dabei werden folgenden Fragen behandelt:

  • Hochintegrationsplattformen in der Fahrwerkentwicklung – Was bedeutet ihr Einsatz für Entwickler und was ist im Bereich Funktionale Sicherheit zu beachten?
  • Wie kann eine geeignete Gesamtarchitektur aussehen und welche funktionalen und allgemeinen architektonischen Anforderungen oder Einschränkungen aus der Sicherheitsarchitektur müssen berücksichtigt werden?
  • Welche neuen Formen der Zusammenarbeit entstehen im Entwicklungsprozess?
  • Was muss vor dem Hintergrund der gängigen Normen berücksichtigt werden?

 

Eric Schmidt von TTTech Automotive wird darüber referieren, wie sich die Komplexität in ADAS-Applikationen mit Hilfe einer zeitgesteuerten Architektur beherrschen lässt. In einem Steuergerät müssen immer mehr Funktionen integriert werden. Die Komplexität der Steuergeräte steigt allerdings überproportional zum Funktionszuwachs. Zum einen natürlich aufgrund der Abhängigkeit der Funktionen untereinander. Zum anderen ist es notwendig, die „Freedom of Interference“ sicherzustellen, insbesondere wenn Funktionen mit unterschiedlichen ASILs integriert werden müssen. Um diese Komplexität zu beherrschen, hat TTTech ein Plattformsteuergerät entwickelt, das eine zeitgesteuerte Architektur besitzt, mit dem ein deterministisches Systemverhalten und eine einfache Integration unterschiedlicher Funktionen realisierbar ist.

Anhand des Konzeptfahrzeugs „System 48 V“ wird Schaeffler Engineering zeigen, dass bei Prototypen unter Berücksichtigung der funktionalen Sicherheit eine zeit- und kosteneffiziente Entwicklung möglich ist. Mit etablierten Entwicklungswerkzeugen für die modellbasierte Funktionsentwicklung, zum Beispiel einem Prototyping-Steuergerät, das insbesondere für sicherheitsrelevante Anwendungen entwickelt wurde, können die Entwickler in einer durchgängigen Entwicklungsumgebung arbeiten und verschiedene Sachverhalte unter realen Bedingungen im Straßenverkehr erproben.

Keine Safety ohne Security

Der zweite Tag startet mit einem Block zum Thema Security. Zunächst widmet sich Alexander Matheus vom VDE Prüf- und Zertifizierungsinstitut der „Informationssicherheit in der Funktionalen Sicherheit“. Christian Wenzel-Benner von ITK Engineering setzt sich mit dem Thema „Security & Safety – Wechselwirkungen und Entwurfsprinzipien“ auseinander. Während die Menge der anzunehmenden Fehler aus dem System heraus begrenzt ist, gibt es viele Angriffsvektoren, um ein System zu manipulieren. Aus diesem Grund sind für Security andere Analysemethoden und Maßnahmen erforderlich als es für Safety der Fall ist. Christian Wenzel-Benner geht auf verschiedene Prinzipien für den sicheren Systementwurf ein. Darüber hinaus stellt er Gegenmaßnahmen wie sichere Algorithmen, Hardware-Security-Moduls oder die Einbindung von Prozessen und Standards vor. Auf die Gemeinsamkeiten und Unterschiede von funktionaler Sicherheit und IT-Sicherheit geht Dr. Stefan Hoch von ICS ein.

Das vollständige Kongressprogramm finden Sie unter www.funktionale-sicherheit-forum.de/programm.html. Bis zum 3. Juni 2015 ist die Anmeldung zum Frühbucherpreis möglich.