Local Motors baut autonomen Minibus »Olli, bring mich ins Stadtzentrum.«

Olli, der Bus aus dem 3D-Drucker, kann bequem über eine App gerufen werden und fährt selbstständig zum gewünschten Zielort.
Olli, der Bus aus dem 3D-Drucker, kann bequem über eine App gerufen werden und fährt selbstständig zum gewünschten Zielort.

»Sind wir bald da?« Olli, der autonome Minibus aus dem 3D-Drucker ist nicht nur geduldig mit seinen Passagieren, sondern gibt auf die Frage sogar eine Antwort. Er kann einfach über App angefordert werden und bringt jeden sicher an sein Ziel – ganz ohne Unfall, Stau und Abgase.

Seit kurzem macht Olli die Straßen von Washington D.C. etwas sicherer. Der autonome Bus wurde während der Eröffnung der neuen Fabrikanlage von Local Motors in National Harbor enthüllt und durfte auch schon seiner Bestimmung folgen. Er brachte John B. Rogers, den Geschäftsführer und Mitgründer von Local Motors und Fahrzeugdesigner Edgar Sarmiento zu der neuen Einrichtung. Das elektrische Fahrzeug kann bis zu 12 Personen transportieren und ist mit Watson ausgerüstet, dem intelligenten und lernfähigen Computersystem von IBM. Ende des Jahres soll Olli auch in Miami und Las Vegas fahren.

Nicht alle Bauteile konnten für die Herstellung des Minibusses ausgedruckt werden. So stammen hauptsächlich Einrichtungs- und Verkleidungskomponenten aus dem 3D-Drucker – wie Sitze und die Radkästen. Zudem sind über 30 Sensoren in Olli eingebaut. Sie erheben alle nötigen Verkehrsdaten, die mit Watson analysiert werden können. Somit kann der autonome Bus Hindernisse in seinem Weg frühzeitig erkennen und umgehen oder bremsen. Die Sensoren werden nach Bedarf künftig weiter angepasst und ergänzt. Local Motors garantiert zwar, dass die Busse selbstständig sicher im Verkehr unterwegs sind, doch werden alle eingesetzten Fahrzeuge zusätzlich von einer Zentrale aus überwacht. Sollte es zu einer gefährlichen Situation kommen, können die Mitarbeiter einspringen und die Steuerung übernehmen.

Der Minibus macht sich außerdem vier Programmierschnittstellen von Watson zu Nutze: Speech to Text, Natural Language Classifier, Entity Extraction und Text to Speech. Dadurch ermöglicht Olli die einfache Interaktion zwischen Mensch und Maschine. Passagiere können mit Olli reden. Zum Beispiel können sie ihn ausfragen: Wie funktionierst Du? Wohin fahren wir? Warum hast Du jetzt diese Entscheidung getroffen? Watson ermächtigt Olli solche Fragen zu verstehen und auf sie zu reagieren. Wie bei einem Taxi mit menschlichem Fahrer genügt ein einfaches »Olli, kannst Du mich in die Innenstadt bringen?«, um Olli in Fahrt zu bringen. Außerdem können Passagiere nach empfohlenen Restaurants, Sehenswürdigkeiten und Attraktionen fragen. Sehr schnell ist Olli allerdings noch nicht: Aus Sicherheitsgründen schafft er momentan nur maximal 40 Kilometer in der Stunde. Mit der Zeit soll die Höchstgeschwindigkeit jedoch gesteigert werden.

Bilder: 5

Olli - der autonome Bus aus dem 3D-Drucker

Zusammen mit IBM hat Local Motors einen autonomen Bus »ausgedruckt«.