Continental und Vodafone Neue Technologien sollen Unfälle verhindern

Continental und Vodafone arbeiten gemeinsam daran, den Straßenverkehr sicherer zu machen.
Continental und Vodafone arbeiten gemeinsam daran, den Straßenverkehr sicherer zu machen.

Auf dem Mobile World Congress stellen Continental und Vodafone erste Ergebnisse ihrer Partnerschaft vor und demonstrieren wie durch neue Kommunikationstechnologien jährlich tausende Unfälle verhindert werden können.

Auch wenn die Anzahl der Verkehrstoten seit Jahren durch immer bessere Sicherheits- und Assistenzsysteme sinkt, steigt die Zahl der Verkehrsunfälle. Besonders betroffen sind schwächere Verkehrsteilnehmer. So waren etwa ein Viertel der vom Statistischen Bundesamt erfassten Verkehrstoten 2017 Radfahrer und Fußgänger. Zudem starben allein über 30 Radfahrer im gleichen Jahr, weil sich ihr Weg mit abbiegenden Lkws oder Bussen kreuzte.

5G ermöglicht Bandbreiten von bis zu 10 Gbit/s und damit beispielsweise Video-Streaming in Echtzeit. Die Mobilfunktechnologie Cellular-V2X (C-V2X) schöpft mit einer Kombination aus direkter und netzbasierter Kommunikation zwischen Fahrzeugen, Infrastruktur und schwächeren Verkehrsteilnehmern das volle Potenzial vernetzter und intelligenter Mobilität aus.

Zu den von Vodafone und Continental erforschten Anwendungsszenarien zählt der digitale Schutzschild. Hierbei sind die Verkehrsteilnehmer mit einem Kommunikationsmodul ausgestattet, im Fall von Fahrradfahrern und Fußgängern beispielsweise mit einem Smartphone und Autos mit einem speziellen V2X-Modul. Über eine Basisstation des Mobilfunknetzes tauschen die Verkehrsteilnehmer ihre Position und Fahrtrichtung aus. Stellt das System fest, dass sich die Wege gefährlich kreuzen, wird gewarnt. Dieses System ist auch in der Lage, Fahrradfahrer vor Rechtsabbiegern und so vor gefährlichen Unfällen zu schützen.

Ebenfalls für mehr Schutz von Fußgängern und Radfahrern sorgen im Fahrzeug eingebaute Kameras und künstliche Intelligenz auf der Netzwerkseite (Mobile Edge Computing), die die Intentionen von Fußgängern und Fahrradfahrern erkennen. So kann beispielsweise ein Kind, das plötzlich einem Ball hinterher auf die Straße läuft, oder eine auf der Straße liegende Person erkannt werden. Die anfallenden Daten erfordern allerdings nicht nur eine intelligente Auswertung, sondern auch eine blitzschnelle Datenübertragung im Millisekunden-Bereich. Das gelingt durch die Kombination von 5G-Technologie mit Mobile Edge Computing. Winzige 5G-Rechenzentren mit extrem kurzen Zugriffszeiten in der Nähe der Mobilfunkmasten erlauben eine Analyse nahezu in Echtzeit mit Hilfe künstlicher Intelligenz. Handelt es sich tatsächlich um eine gefährliche Situation, werden das erfassende Fahrzeug, aber auch andere Verkehrsteilnehmer in der Nähe gewarnt.

Mobile Edge Computing entlastet auch die Rechenkapazitäten im Fahrzeug und den übergeordneten Rechenzentren. Es spart zudem teure Chipsets im Fahrzeug.

Blick durch das vorausfahrende Fahrzeug

Zudem konnten die Tests bestätigen, dass sich die neuen Kommunikationstechnologien auch nutzen lassen, um Sichtbehinderungen im Straßenverkehr transparent zu machen. Das System nutzt die Kameraaufnahmen eines vorausfahrenden Fahrzeugs, um den nachfolgenden Fahrzeugen beispielsweise vor einem Überholmanöver auf der Landstraße zu zeigen, ob es Gegenverkehr gibt.

Ein weiterer Anwendungsfall, den Continental und Vodafone in Barcelona vorstellen, ist eine Stauende-Warnung. Dabei werden Fahrzeuge, die sich auf das Stauende zubewegen, schon lange vor Erreichen der Sichtgrenze auf das Hindernis hingewiesen. So kann frühzeitig die Geschwindigkeit reduziert werden, wodurch sich gefährliche Notbremsungen verhindern lassen.

Viele dieser von Vodafone und Continental erprobten Funktionen lassen sich bereits mit dem bestehenden LTE-Netz umsetzen, das durch vorgesehene Erweiterungen höhere Datenübertragungsraten erlaubt. Die Entwickler sprechen hierbei von LTE-Advanced oder 4.5G und bezeichnen ihre Lösungen als »5G-Ready«. Zukünftig sollen sich im Straßenverkehr LTE- und 5G Technologien bestmöglich ergänzen, um die zeitkritische Kommunikation zwischen Fahrzeugen zu ermöglichen.