Forschungsprojekt Providentia Mobilfunkinfrastruktur auf der A9 untersuchen

Forschungsprojekt Providentia: Rohde & Schwarz untersucht Mobilfunkinfrastruktur auf der A9.
Forschungsprojekt Providentia: Rohde & Schwarz untersucht Mobilfunkinfrastruktur auf der A9.

Das Projekt Providentia schafft die Voraussetzung, die lokale Umfeldanalyse zu erweitern: Auf Basis der Daten verteilter Sensoren erhalten Fahrer und das automatisierte Fahrzeug ein digitales Abbild der Verkehrslage. Als Partner untersucht Rohde & Schwarz die Mobilfunksysteme an der Teststrecke.

Die Zukunft der Mobilität liegt im automatisierten Fahren und in komplexen Fahrerassistenzsystemen. Dafür müssen alle Fahrzeuge über eine leistungsfähige Mobilfunkverbindung mit der Umgebung vernetzt sein. Im Forschungsprojekt »Proaktive Videobasierte Nutzung von Telekommunikationstechnologien in innovativen Autobahn-Szenarien«, kurz Providentia, kommt Messtechnik von Rohde & Schwarz zum Einsatz; dort untersucht der Technologiekonzern entlang der Teststrecke bestehende Mobilfunksysteme wie GSM, UMTS oder LTE und unterstützt die Entwicklung von 5G.

Rohde & Schwarz untersuchte hierzu die Mobilfunkinfrastruktur entlang der Teststrecke auf ihre Eignung für Anwendungsszenarien von Providentia: Tragbare Mobilfunkempfänger, wie die Mobile Network Scanner R&S TSME und R&S TSMA des Unternehmens, zeichnen Leistungskenndaten der Mobilfunksysteme auf, die mit Hilfe der Software R&S ROMES4 ausgewertet werden. Darüber hinaus bestimmt LTE eNodeB Position Estimation den genauen Standort der Basisstationen. Die Projektpartner erhalten somit wertvolle Informationen über die Leistungsfähigkeit der Mobilfunkinfrastruktur und können beurteilen, inwieweit sie die Anforderungen erfüllen.

Aktuell untersucht der Messtechnikhersteller die Auslastung der Mobilfunkzellen: Die Scan-Funktionen der R&S ROMES4-Plattform, der Uplink Allocation Analyzer (ULAA) und der Downlink Allocation Analyzer (DLAA) erfassen den aktuellen Datenverkehr im Mobilfunknetz. Auf dieser Basis lässt sich bewerten, ob die Netzkapazität ausreichend ist, um die Anwendungsszenarien von Providentia zu realisieren. Das ist für die Entwicklung automatisierten Fahrens besonders wichtig, da Smartphones, Tablets und fest integrierte Infotainmentsysteme für zusätzlichen und zunehmenden Datenverkehr sorgen.

Gleichzeitig legt Rohde & Schwarz im Projekt das Fundament für die Planung und Optimierung der prototypischen 5G-Mobilfunkinfrastruktur entlang der Teststrecke: Da 5G in Zukunft Frequenzbereiche nutzen wird, die für den Mobilfunk bisher nicht zur Verfügung standen, müssen diese in einem prototypischen 5G-Netzaufbau untersucht werden.

Providentia wird im Rahmen des Forschungsprogramms »Automatisierung und Vernetzung im Straßenverkehr« in der Förderrichtlinie »Automatisiertes und Vernetztes Fahren auf digitalen Testfeldern in Deutschland« mit 6,09 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) gefördert. Weitere Partner im Projekt sind BMW, Cognition Factory, Elektrobit, IPG Automotive, Fortiss und Huawei. Das Projekt startete am 1. Dezember 2016 und soll bis zum 30. Juni 2019 laufen.