370 km mit Kreisverkehren und Autobahnen Mit Nissan Leaf vollautonom durch Großbritannien unterwegs

Absolvierte sowohl Kreisverkehre als auch Strecken auf Autobahnen: Der Nissan Leaf bei seiner 370 km langen autonomen Fahrt in Großbritannien.
Absolvierte sowohl Kreisverkehre als auch Strecken auf Autobahnen: Der Nissan Leaf bei seiner 370 km langen autonomen Fahrt in Großbritannien.

Ein Nissan Leaf ist vollautomatsiert durch Großbritannien gefahren und hat dabei eine insgesamt 370 km lange Strecke inklusive Kreisverkehren und Autobahnen absolviert.

Der sogenannte Grand Drive  war das Ergebnis einer 30-monatigen Arbeit des Human-Drive-Konsortiums. Unter der Leitung von Nissan forschen die Mitglieder am autonomen Fahren. Ziel ist unter anderem die Entwicklung einer lernenden, autonomen Fahrzeugsteuerung, die eine möglichst natürliche und menschliche Fahrweise simuliert. Das soll ein komfortables und vertrautes Erlebnis schaffen.

Auf der 370 km langen Reise absolvierte das Fahrzeug einen Praxistest unter realen Bedingungen in unterschiedlichen Szenarien: Landstraßen ohne oder nur mit wenigen Fahrbahnmarkierungen, Kreuzungen, Kreisverkehre und Autobahnen standen beispielsweise auf dem Programm. Der Leaf musste außerdem selbstständig die Fahrspur wechseln, bei Bedarf anhalten und wieder losfahren. Um diese Aufgaben sicher zu erfüllen und um Hindernisse herum zu navigieren, wurden die eingesetzten Fahrzeuge mit GPS-, Radar-, LIDAR- und Kamerasensoren ausgestattet.

Das Human Drive-Konsortium wird von der britischen Regierung über das Centre for Connected and Autonomous Vehicles (CCAV) und Innovate UK sowie neun weiteren Partnern finanziert. Dadurch beträgt der gesamte Finanzierungsrahmen rund 13,5 Millionen Pfund, was etwa 15,9 Millionen Euro.

In einem zweiten Schritt untersuchten die Projektbeteiligten, wie maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz das Benutzererlebnis und den Fahrkomfort verbessern. Das ebenfalls am Konsortium beteiligte Unternehmen Hitachi hat entsprechende Systeme, die maschinelles Lernen in Echtzeit ermöglichen, entwickelt und auf abgesperrtem Terrain erfolgreich getestet. Diese Erfahrungen helfen bei der künftigen Handhabung ähnlicher Szenarien – Fahrten werden dadurch noch sicherer.

Neben der autonomen Antriebstechnik haben sich die Human-Drive-Mitglieder auch auf die (Weiter-)Entwicklung von Cyber-Sicherheits-Features automatisierter Fahrzeuge und entsprechender Test- und Sicherheitsmethoden konzentriert. Auch die Auswirkungen selbstfahrender Auto auf das Verkehrssystem im weiteren Sinne standen im Fokus.