Sensorbox für Lufttaxis von Bosch Lufttaxis präzise steuern

Mit Bosch-Technik lernt das Auto fliegen: Der Zulieferer stellt eine Sensorbox für Lufttaxis zur Verfügung, mit der sich diese präzise steuern lassen.
Mit Bosch-Technik lernt das Auto fliegen: Der Zulieferer stellt eine Sensorbox für Lufttaxis zur Verfügung, mit der sich diese präzise steuern lassen.

Die Unternehmensberatung Boston Consulting prognostiziert für 2030 weltweit eine Milliarde Flüge mit meist unbemannt fliegenden Lufttaxis, wenn sich Sharing-Dienste auf festen Routen auch über den Straßen etablieren. Bosch arbeitet an moderner Sensortechnik, um diese Flüge sicher zu machen.

Stau in den Metropolen weltweit: Da möchte so mancher Autofahrer in die Luft gehen. Das könnte in wenigen Jahren sogar eine echte Lösung sein, wie nicht nur die Unternehmensberatung Boston Consulting prognostiziert: »Ab spätestens 2023 werden die ersten Flugtaxis in Großstädten abheben. Bosch möchte diesen Zukunftsmarkt als Zulieferer mitgestalten«, erklärt Harald Kröger, Vorsitzender des Bosch-Geschäftsbereichs Automotive Electronics. Die Unternehmensberatung Morgan Stanley schätzt, dass der Markt für Flugtaxis im Jahr 2040 sogar 1,35 Billionen Euro groß sein könnte.

Bosch hat dafür eine Marktlücke entdeckt: Herkömmliche Luftfahrttechnik ist zu teuer, zu groß und zu schwer um in autonomen Flugtaxis eingesetzt zu werden. Moderne Sensoren, die auch fürs automatisierte Fahren oder im Schleuderschutzsystem ESP eingesetzt werden, können aber die Lücke schließen. Daher hat der Zulieferer dutzende Sensoren in einem Universalsteuergerät für Flugtaxis zusammengeführt.

Universalsteuergerät mit serienerprobten Sensoren

Das Universalsteuergerät mit serienerprobten Sensoren soll dafür sorgen, dass Position und Flugzeuglage der fliegenden Taxis jederzeit ermittelt werden können und sie sich präzise und sicher steuern lassen. Dafür sorgen beispielsweise Beschleunigungs- und Drehratensensoren, die die Bewegungen und den Neigungswinkel der Fluggeräte exakt messen. Im Gegensatz zu aktuellen Sensorlösungen in der Luftfahrt, die teilweise mehrere zehn- bis hunderttausend Euro kosten, kann Bosch diese Lösung für einen Bruchteil der Kosten realisieren. Der Grund: Das Unternehmen setzt serienerprobte Sensoren ein, die die Stuttgarter für die Automobilindustrie entwickelt und herstellt. Hersteller von Flugtaxis können die Sensorbox von Bosch nach dem Plug&Play-Prinzip einfach in ihre Fluggeräte einbauen.

In der Sensorbox stecken MEMS-Sensoren, zudem Beschleunigungssensoren,  Drehratensensoren sowie Magnetfeldsensoren, die die Ausrichtung der Himmelsrichtung messen. Zudem gehören Drucksensoren zum Paket, die über den barometrischen Druck die Höhe des Fluges und über den Staudruck die aktuelle Geschwindigkeit ermitteln.

Der Zulieferer ist im Austausch mit vielen Unternehmen in diesem Bereich – von Lufttaxi-Herstellern bis zu Start-ups, die Fluggeräte bauen und Sharing-Dienste anbieten wollen. Aktuell gibt es – wie bei jeder neuen Technik – diverse Varianten von Flugkonzepten. Welches Konzept das Rennen macht, ist derzeit schwer abzuschätzen. Das Plug&Play-Steuergerät von Bosch passt in jedes Fluggerät.