ZF erhöht Verkehrssicherheit Lenkimpulse aus dem Heck für Porsche

Porsche verbaut die aktive Hinterachslenkung serienmäßig in den Modellen 911 Turbo und 911 GT3. Das System bietet ein spürbares Plus an Fahrsicherheit und Agilität.
Porsche verbaut die aktive Hinterachslenkung von ZF serienmäßig in den Modellen 911 Turbo und 911 GT3. Das System erhöht die Fahrsicherheit und Agilität.

ZF Friedrichshafen hat ein System zur Serienreife gebracht, das durch eine Spurwinkeländerung Lenkbewegungen der Hinterachse ermöglicht. In den Porsche-Modellen 911 Turbo und 911 GT3 kommt die Active Kinematics Control (AKC) bereits serienmäßig zum Einsatz.

Lenkbare Hinterachsen, die den Lenkeinschlag der Vorderachse unterstützen, verbessern Fahrsicherheit und Fahrdynamik, waren aber in ihrer Umsetzung oft zu teuer, zu kompliziert oder zu verbrauchsintensiv.

Die Abstimmung der Spur ist bei der Fahrwerkentwicklung eine wichtige Aufgabe. Der Spurwinkel im Fahrwerk ist unter anderem für den Geradeauslauf beim Bremsen und für die vom Fahrer wahrgenommene Lenkpräzision verantwortlich. Fahrwerkkomponenten wie Spur- und Querlenker sorgen bei einem Serienfahrzeug dafür, dass die bei der Fahrwerkentwicklung definierte Einstellung der Spur präzise eingehalten wird.

Wenn die Einstellung der Spur für ein Fahrzeug einmal definiert ist, ist sie nicht mehr variabel – genau hier setzt ZF an. Der Zulieferer erprobt, welchen Einfluss eine dynamische Verstellung der Spur während der Fahrt auf das Fahrverhalten hat. Dazu entwickelt er einen längenverstellbaren Spurlenker, der im Mittelpunkt des Active-Kinematics-Control-Systems (AKC) steht: Elektromechanische Steller können den Spurwinkel während der Fahrt variieren, eine in die Aktuatorelektronik integrierte Steuerungs-Software gibt die Befehle. Ein Vorteil dabei: Durch die Spurwinkeländerung ergibt sich eine Lenkbewegung. Diese ist zwar mit etwa drei Grad im Vergleich zur Vorderachse gering, aber ein Lenkeingriff an der Hinterachse hat höhere Auswirkungen. Im Zusammenspiel mit dem Lenkeinschlag der Vorderräder entsteht so ein deutlich spürbarer, positiver Einfluss auf das Fahrverhalten.