Knorr-Bremse und Mobileye Kooperation bei nachrüstbaren Fahrerassistenzsystemen

Bei der Besprechung über nachrüstbare Kollisionsvermeidungsprodukte für Nutzfahrzeuge auf dem europäischen Markt (von links nach rechts): Lior Sethon (Mobileye) und Alexander Wagner (Knorr-Bremse).
Bei der Besprechung über nachrüstbare Kollisionsvermeidungsprodukte für Nutzfahrzeuge auf dem europäischen Markt (von links nach rechts): Lior Sethon (Mobileye) und Alexander Wagner (Knorr-Bremse).

Knorr-Bremse und Mobileye entwickeln gemeinsam einen nachrüstbaren Abbiegeassistenten inklusive Fahrerassistenzsystemen für Nutzfahrzeuge. Das Produkt basiert auf der Mobileye Kameratechnik mit EyeQ Chips und soll Unfallschwerpunkte wie beispielsweise das Rechtsabbiegen entschärfen.

Knorr-Bremse TruckServices wird in Zusammenarbeit mit Mobileye, ein Intel Unternehmen, ab Herbst 2019 den neuen Abbiegeassistenten mit integrierten Fahrerassistenzsystemen ProFleet Assist+ als Nachrüstprodukt anbieten. Die strategische Partnerschaft kombiniert die Mobileye-Technik mit dem Know-how von Knorr-Bremse für Anwendungen im Nutzfahrzeugbereich sowie dem Vertriebs- und Servicenetzwerk.

Das über Knorr-Bremse TruckServices angebotene Fahrerassistenzsystem bietet Funktionen wie Spurhalteassistent, Abstandsüberwachung und -warnung und vorausschauende Kollisionswarnung, sowie einen Abbiegeassistenten, der den Fahrer unter anderem beim Rechtsabbiegen auf Verkehrsteilnehmer im toten Winkel aufmerksam macht. Es arbeitet auf optischer Basis mit Kameras (Vision Sensor) und Echtzeit-Datenberechnung. Das System ist ausschließlich als Warnsystem ausgelegt und greift nicht aktiv in die Fahrzeugsteuerung ein – das vereinfacht die nachträgliche Integration. Das Produkt ist auch ohne Abbiegeassistent erhältlich und besteht dann aus einer nach vorne gerichteten Kamera und Fahrerassistenzfunktionen wie vorausschauende Kollisionswarnung und Spurhaltewarnung. Beide Unternehmen wollen künftig weitere gemeinsame Produkte für mehr Verkehrssicherheit zur Verfügung stellen.

Die Europäische Kommission gab das Ziel vor, dass langfristig alle Lkw und Busse mit Fahrerassistenzsystemen ausgestattet sein sollen, die Fußgänger und Radfahrer in unmittelbarer Nähe von Fahrzeugen erkennen und den Fahrer bei Bedarf vor Kollisionen warnen. Ab 2022 sollen in der Europäischen Union Lkw-Zulassungen nur noch genehmigt werden, wenn die Modelle mit einem Abbiegeassistenzsystem ausgestattet sind – ab 2024 soll das zudem für Neuzulassungen einzelner Fahrzeuge gelten.