BMW Group und Mercedes-Benz Keine weitere Kooperation bei automatisiertem Fahren

BMW und Mercedes-Benz lassen ihre Entwicklungskooperation im Bereich automatisiertes Fahren vorerst ruhen. Die beiden Unternehmen wollen sich stattdessen auf ihre eigenen Entwicklungspfade fokussieren. Eine Zusammenarbeit zu einem späteren Zeitpunkt wird nicht ausgeschlossen.

Sowohl BMW als auch Mercedes-Benz arbeiten unabhängig voneinander an ihren aktuellen Generationen. Nach einer Vertragsunterzeichnung zu einer Kooperation beim automatisierten Fahren im vergangenen Jahr haben BMW und Mercedes-Benz jedoch detaillierte Gespräche auf Expertenebene geführt und gemeinsam mit Lieferanten über Technologie-Roadmaps gesprochen. In diesen Gesprächen kamen beide Seiten zu dem Ergebnis, dass wegen des hohen Aufwands für eine gemeinsame technologische Basis und wegen der gesamtunternehmerischen und konjunkturellen Rahmenbedingungen derzeit nicht der richtige Zeitpunkt für eine erfolgreiche Umsetzung der Kooperation ist.

Beide Unternehmen betonen, dass sie ihre erfolgreiche Zusammenarbeit auf den übrigen Themenfeldern wie geplant fortsetzen werden. So haben beide Häuser im Jahr 2015 gemeinsam mit Audi die Location- und Technologieplattform Here erworben, die inzwischen über eine sehr breite und internationale Anteilseignerstruktur verfügt. Anfang 2019 haben die beiden Unternehmen zudem ihre Mobilitätsdienste in einem Joint Venture unter dem Dach der NOW-Familie gebündelt.

Markus Schäfer, Mitglied des Vorstands von Daimler und Mercedes-Benz, verantwortlich für Daimler Konzernforschung und Mercedes-Benz Cars COO, sagte: »Unsere Kompetenzen ergänzen sich grundsätzlich sehr gut mit denen der BMW Group, was gemeinsame erfolgreiche Kooperationen belegen. Neben der Dekarbonisierung ist die Digitalisierung für Mercedes-Benz ein wichtiger strategischer Pfeiler. Um uns hier in einem sich rasant ändernden Umfeld für die Zukunft zu rüsten, loten wir derzeit auch weitere Möglichkeiten mit Partnern außerhalb des Automobilbereichs aus.«

»Gemeinsam mit Partnern wie Intel, Mobileye, FCA oder Ansys haben wir unsere Technologie und unsere skalierbare Plattform konsequent weiterentwickelt«, betonte Klaus Fröhlich, Mitglied des Vorstands von BMW, Entwicklung. »Unsere aktuelle Technologiegeneration hat nachhaltiges Potential: Mit einer ausgesprochen leistungsfähigen Sensorik und Rechenleistung sind für viele Jahre hervorragend aufgestellt, um unseren Kunden das passende Angebot zu machen.«