Technologien zum automatisiertem Fahren Jaguar Land Rover testet unter realen Straßenbedingungen

Jaguar Land Rover will rund um Coventry und Solihull vernetztes und automatisiertes Fahren unter realen Bedingungen testen.
Jaguar Land Rover will rund um Coventry und Solihull vernetztes und automatisiertes Fahren unter realen Bedingungen testen.

Jaguar Land Rover will in den nächsten vier Jahren eine Flotte von rund 100 Forschungsautos aufbauen, um so Technologien für vernetzte und automatisierte Fahrzeuge zu entwickeln und zu testen. Das erste Forschungsauto wird dieses Jahr auf einer 66 km langen Teststrecke bei Coventry unterwegs sein.

In der Anfangsphase der Tests kommen Technologien für V2X-Kommunikation zum Einsatz, um den Daten- und Informationsaustausch vernetzter Fahrzeuge zu ermöglichen. So wird der Fahrer beim Spurwechsel sowie beim Überqueren von Kreuzungen unterstützt. Hier erprobt Jaguar Land Rover verschiedene Systeme auf der 66 km langen Teststrecke, die Schnellstraßen und Szenarien des Stadtverkehrs kombiniert.

Der Baustellen-Assistent nutzt eine nach vorne gerichtete Stereokamera, um eine dreidimensionale Ansicht des vor dem Fahrzeug befindlichen Streckenabschnitts zu erzeugen und kann im Zusammenspiel mit moderner Bildverarbeitungs-Software Verkehrspylonen und Absperrungen erkennen.

Das Assistenzsystem Safe Pullaway dient dazu, Auffahrunfälle beim Einfahren in die Kreuzung zu verhindern. Es nutzt die Stereokamera um den Bereich unmittelbar vor dem Fahrzeug zu überwachen. Erkennt der Assistent Objekte wie Fahrzeuge oder Mauern und erhält gleichzeitig Signale vom Gaspedal oder dem Getriebe, die auf eine bevorstehende Kollision schließen lassen, aktiviert er automatisch die Bremsen und warnt den Fahrer über ein akustisches Signal.

Over-the-horizon-Warnungen sind Teil eines Forschungsprojekts, in dem Geräte getestet werden, die über Funksignale relevante Daten zwischen Fahrzeugen übertragen. Wenn Fahrzeuge in der Lage sind, unabhängig zu kommunizieren, können Fahrer und autonome Fahrzeuge vor Gefahren und Hindernissen jenseits des Horizonts oder hinter unübersichtlichen Kurven gewarnt werden. Wenn ein Fahrzeug langsamer wird oder zum Stehen kommt und somit ein Risiko für andere Verkehrsteilnehmer darstellt, sendet es eine Hazard-Ahead- also eine Gefahr-Voraus-Warnung an Fahrzeuge in der Nähe. Diese informieren den Fahrer dann mittels eines optischen und akustischen Signals über die Gefahrensituation.

Das Martinshorn eines Einsatzfahrzeugs zu hören, ohne die Richtung aus der es sich nähert ausmachen zu können, kann Stress auslösen. Um es Autofahrern zu ermöglichen, bessere sowie sicherere Entscheidungen zu treffen und das Unfallrisiko zu senken, benötigen sie aktuelle und verlässliche Informationen. Hierfür hat Jaguar Land Rover zum einen die Einsatzfahrzeug-Warnung entwickelt, mit der vernetzte Rettungs-, Polizei- oder Feuerwehrfahrzeuge mit anderen Verkehrsteilnehmern  kommunizieren können. Ein Gerät im herannahenden Einsatzfahrzeug sendet ein Warnsignal, noch bevor der Fahrer das Blaulicht sehen oder das Martinshorn hören kann. Darüber hinaus informieren eine akustische Warnung und ein visuelles Signal den Fahrer über die Richtung und die Distanz des Einsatzfahrzeugs. Er kann somit gefahrlos zur Seite fahren und das Einsatzfahrzeug vorbei lassen. Das trägt dazu bei, Verzögerungen für Rettungskräfte zu minimieren und Unfälle zu verhindern.

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JLR testet vernetztes und automatisiertes Fahren

Tests unter realen Bedingungen