Scania Grenzüberschreitende Kolonnenfahrt

Beim Kolonnenfahren beträgt der Abstand zwischen den Lkws zum Teil nur zehn Meter.
Beim Kolonnenfahren beträgt der Abstand zwischen den Lkws zum Teil nur zehn Meter.

Ende März 2016 starten drei Sattelzüge von Scania im schwedischen Södertälje, um die Strecke bis nach Rotterdam in Kolonnenfahrt zurückzulegen. Scania ist damit einer von mehreren Akteuren, die sich aktiv an der EU Truck Platooning Challenge zur Förderung des LKW-Kolonnenfahrens beteiligen.

Das Kolonnenfahren von Lkw (Platooning) hat das Potenzial, die Sicherheit zu erhöhen und Kraftstoffverbrauch sowie CO₂-Emissionen im Straßengüterverkehr zu senken. Das EU-Projekt wird auch vom europäischen Verband der Automobilindustrie (ACEA) unterstützt. Ziel ist es, die Entwicklung von Strecken für Lkw-Konvois in Europa voranzutreiben, die länderübergreifende Zusammenarbeit zu stärken und den Weg für Gesetzesänderungen in der EU zu ebnen.

Scania entwickelt Lkw-Kombinationen, mit denen das Fahren in enger Formation in der Kolonne möglich ist. In der Kolonne gibt das erste Fahrzeug Spur und Geschwindigkeit vor, die anderen Fahrzeuge folgen und passen Beschleunigung und Abbremsen an das erste Fahrzeug an. Scania nutzt Platooning bei eigenen Transporteinsätzen seit Jahren und hat gezeigt, dass sich der Kraftstoffverbrauch durch die Senkung des Luftwiderstands unter realen Verkehrsbedingungen um bis zu 10 Prozent senken lässt.

Viele Lkw werden gegenwärtig mit radar- und kamerabasierten Systemen ausgestattet, die die Einhaltung eines kurzen Abstands zum vorausfahrenden Fahrzeug ermöglichen. Durch den Einsatz verbesserter Kommunikationslösungen können Fahrzeuge in einem Konvoi einen geringen, aber sicheren Abstand zueinander einhalten, der zum Teil nur zehn Meter beträgt. Die Fahrer in den Konvois sind stets für die Assistenzsysteme ihrer Fahrzeuge verantwortlich und können den Konvoi jederzeit verlassen oder gegebenenfalls den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug erhöhen, um anderen Fahrern das Verlassen der Autobahn zu erleichtern.

Auf der Etappe zwischen Södertälje und Malmö wird Scania Lastzüge mit einem zusätzlichen Auflieger einsetzen, sodass die Gesamtlänge eines Gespanns 32 Meter betragen wird. Durch den Einsatz eines zusätzlichen Aufliegers wird die Warenmenge bei jedem Transport erhöht. Gleichzeitig sollen die Kosten pro Tonnenkilometer um 40 Prozent und der CO₂-Ausstoß um mehr als ein Viertel sinken.