Mobile World Congress Freescale stellt Chip für unfallfreies Auto vor

Der Chip-Hersteller Freescale hat auf dem Mobile World Congress ein SoC für vernetzte Fahrzeuge vorgestellt, der dem Fahrer sicherheitsrelevante Entscheidungen abnehmen und damit zum unfallfreien Fahrzeug führen soll.

Der S32V genannte Chip (Bild) soll die heutigen Assistenzsysteme in sicherheitskritische Funktionen und damit eine Art Co-Pilot überführen. Damit dies funktionieren kann, sind natürlich hohe Anforderungen an die Sicherheit zu stellen.

Der ganze Chip ist dahingehend designt, dass er die Anforderungen an funktionale Sicherheit gemäß ISO 26262 erfüllt.

Herzstück ist neben dem CPU-Cluster, das aus vier 64-bit-Cores des Typs ARM Cortex-A53, einem Cortex-M4 und der Snoop-Control-Einheit für den mittels ECC geschützten L2-Cache besteht, die Bildverarbeitungs-Engine APEX der 2. Generation von CogniVue. Die APEX-Technologie basiert auf einem mehrfach parallelen, skalierbaren System zur Verarbeitung rechenintensiver Daten. Die Multicore-Architektur besteht aus einem ARM-Anwendungscore und dem SIMD APEX-Koprozessor.

Laut CogniVue wird die 2. Generation eine um Faktor 10 höhere Verarbeitungsleistung liefern und die parallele Verarbeitung mehrerer Basis-Erkennungsalgorithmen (Canny, FAST, SIFT, SURF, etc.), komplexer Erkennungsmuster z.B. für Gesichtserkennung (SVM, CNN, etc.) und Bewegungsanalyse (Nachverfolgung, optischer Fluß, etc.) mit Mutli-Kamera-2K-Videodatenströmen mit einem Bruchteil der Leistungsaufnahme realisieren, die Wettbewerber mit ihren Lösungen dafür benötigen.

Der S32V kann dazu noch weitere Datenströme wie Radar, LiDAR und Ultraschall einbinden, wodurch die Bilderkennung und Auflösung nochmals verbessert werden.

Redundante Signalpfade, Funktionalität zum Schutz vor Softwarefehlern und zur Erkennung von Hardwarefehlern sowie eine klare Partitionierung der Verarbeitungsdomänen gewährleisten ein sicheres Herunterfahren des Systems und ein kontrolliertes Rebooten, ohne Brems- oder Lenkvorgänge zu kompromittieren.

Neben sicherem Booten wartet der S32V auch noch mit Kryptografiemodulen, sicheren Schlüsseln und Unterstützung für die von vielen führenden Autoherstellern propagierten Spezifikationen für eine sichere Hardwareerweiterung auf. Der enorme Sicherheitsstandard des S32V soll den Diebstahl von firmeneigenen Softwarealgorithmen ebenso unmöglich machen wie externe Angriffe und unautorisierte Zugriffe auf die Kommunikation von einem Fahrzeug zum anderen. Strikt getrennte Verschlüsselungsdomänen stellen eine zusätzliche Schutzstufe für automobile Netzwerke bereit. Sollte sich ein Hacker Zugang zu einem Knoten des Fahrzeugsystems verschaffen, so kann er keinesfalls auf andere Knoten zugreifen. Angriffe werden somit isoliert und abgeschottet.

Zur Softwareplattform des S32V zählt unter anderem das INTEGRITY Echtzeit-Betriebssystem (RTOS) von Green Hills Software sowie Algorithmen der Neusoft Corporation für die Echtzeit-Objekterkennung. Dank der damit möglichen nahtlosen Erkennung und Auswertung von Teilobjekten kann der S32V Hindernisse auf der Straße von Gefahren durch Fußgänger unterscheiden.

Muster sind im Mai verfügbar, die Massenproduktion startet im Juli. Wenn man den normalen Automotive-Qualifizierungsprozess zu Grunde legt, dürften erste Fahrzeuge mit dem S32V im Jahr 2018 angeboten werden.