Autonomes Fahren Erste innerstädtische Teststrecke in Hamburg

Die Teststrecke in der Hamburger City: hier einer der ersten ausgestatteten Ampeln am Sievekingplatz.
Die Teststrecke in der Hamburger City: hier einer der ersten ausgestatteten Ampeln am Sievekingplatz.

VW stellt heute seine erste innerstädtische Teststrecke für autonomes und vernetztes Fahren vor. Die Stadt Hamburg hat die Infrastruktur der Strecke mit Kommunikationseinrichtungen ertüchtigt.

Hamburg hatte die neun Kilomenter lange Teststrecke im letzten Jahr vorgestellt und bei den Autoherstellern für die Zusammenarbeit geworben. Die Strecke ist offen für alle potenziellen Nutzer. Nun hat sich Volkswagen als erster Hersteller dazu entschlossen, die Strecke für Testfahrten zu nutzen. Ab sofort sollen in der Hansestadt fünf Elektro-Golf autonom unterwegs sein, bestückt mit Laserscannern, Kameras, Ultraschallsensoren und Radaren. Die Ergebnisse der Fahrten sollen in die zahlreichen Forschungsprojekte des Konzerns zum autonomen Fahren und zur Optimierung des Individualverkehrs eingehen.

Hamburg hatte schon im letzten Jahr damit begonnen, die Strecke mit zusätzlicher verkehrs- und informationstechnischer Infrastruktur auszurüsten. Der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer und die Hamburg Verkehrsanlagen GmbH hat dazu u.a. Steuergeräte für die Ampeln sowie sogenannte »Road Side Units« (RSU) installiert. Die RSUs dienen der WLAN-basierten Kommunikation mit den Fahrzeugen. Im Sichtbereich der Ampeln werden Daten sowohl von Fahrzeug-zu-Infrastruktur (V2I)- als auch von Infrastruktur-zu-Fahrzeug-(I2V) übertragen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist nur ein Informationsaustausch von der Infrastruktur (Ampel) zum Fahrzeug realisiert (I2V). Um eine unberechtigte Nutzung sowie eine Manipulation der Kommunikation zu verhindern, werden zusätzlich neueste Sicherheitsmechanismen verwendet, welche den Datenaustausch im Rahmen der Teststrecke auf einen ausgewählten Teilnehmerkreis begrenzt.

Das Projekt wird bisher mit 4,8 Millionen Euro vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert, weitere Fördermittel sind beantragt. Die Teststrecke zählt zu den Projekten des ITS-Handlungsfeldes »Automatisiertes und Vernetztes Fahren«, zu dem unter anderem auch das Projekt »HEAT« (Forschungs- und Entwicklungsprojekt mit autonom fahrenden Kleinbussen in der HafenCity), sowie die Automatisierung der S21 und der neuen U-Bahn-Linie 5 gehören. Die Teststrecke soll auch während des ITS-Weltkongresses 2021 in Hamburg genutzt werden, um neue technologische Entwicklungen zu präsentieren.

Grenzüberschreitendes Testfeld

Ebenfalls heute werden auf einem grenzüberschreitenden Testfeld für automatisiertes und vernetztes Fahren im luxemburgischen Schengen erste Projekte vorgestellt.

In Schengen geht es darum, im Dreiländereck von Deutschland, Luxemburg und Frankreich verschiedene Komponenten beim grenzüberschreitenden Verkehr auszuprobieren. So gibt es in den drei Ländern unterschiedliche Ampeln, Schilder und Mobilfunksysteme. Nach Angaben der luxemburgischen Regierung handelt es sich um das erste grenzüberschreitende Testfeld in Europa.

Mit dieser Zone wolle man der Industrie, der Forschung und der Wissenschaft einen internationalen Raum zugänglich machen, um neue Technologien auf allen Straßenarten zu erproben. Dazu habe man eine »einheitliche grenzüberschreitende Reglementierung geschaffen«, sagte Luxemburgs Verkehrsminister François Bausch. Eine Zulassung zu Tests in einem der drei Länder gelte auch für die beiden anderen Staaten. Der Testring verläuft von Saarbrücken über Metz (Frankreich), den Südosten Luxemburgs nach Merzig im Saarland.