WEpod-Pojekt Elektrobit entwickelt Software für automatisierten Bus

Wichtiger Schritt auf dem Weg zum automatisierten Fahren: das WEpods-Projekt der Provinz Gelderland, einem Studententeam des Forschungszentrums der Universität Wageninen und der TU Delft unter Beteiligung von Elektrobit und Mapscape.
Wichtiger Schritt auf dem Weg zum automatisierten Fahren: das WEpods-Projekt der Provinz Gelderland, einem Studententeam des Forschungszentrums der Universität Wageninen und der TU Delft unter Beteiligung von Elektrobit und Mapscape.

Mit WEpod steht der erste autonome, elektrische Shuttlebus für den Einsatz im Straßenverkehr zur Verfügung. Hierfür liefern Elektrobit und Mapscape eine Lösung für den elektronischen Horizont, die die Bewegungsvorhersage und die Fahrplanung unterstützt.

Das niederländische WEpods-Projekt basiert auf einer Zusammenarbeit der Provinz Gelderland und einem Studententeam des Forschungszentrums der Universität Wageninen und der Technischen Universität Delft. Die behindertengerechten Busse mit je sechs Sitzplätzen verfügen weder über ein Lenkrad noch über Pedale zur Steuerung. Anders als Fahrzeuge aus Vorgängerprojekten wie im Rotterdamer Rivium Park oder in Heathrow, die Magneten, Schienen oder spezielle Fahrspuren benötigen, bewegen sich die WEpods im normalen Verkehr. Dafür nutzen sie ein komplexes Zusammenspiel aus Sensoren, Kameras, Radar, Laser und Regelgeräten, die Veränderungen im Umfeld und die Verkehrssituation beobachten und schnell und zuverlässig darauf reagieren.

Zur Zeit fahren zwei WEpod-Shuttle in der Provinz Gelderland zwischen den Städten Wageninen und Ede, ein Ausbau des Netzes ist geplant. Mit einer Maximalgeschwindigkeit von 40 km/h (25 km/h während der Testphase) haben die vollständig elektrisch fahrenden Wagen eine Reichweite von etwa 100 km pro Akkuladung. Zunächst bedienen die WEpods eine festgelegte Busroute auf dem Campus der Universität Wageninen. Nach der Testphase, im Mai 2016, wird der "Taxi-Modus" eingeführt, bei dem Fahrgäste ein WEpod per Smartphone-App anfordern können und die Fahrzeuge ihre Route selbstständig berechnen. Die Provinz Gelderland möchte mit diesem Schritt zu einem flexibleren und nachhaltigeren öffentlichen Nahverkehr ein Beispiel für andere Städte setzen.

Für das Projekt liefert Mapscape eine Navigation-Data-Standard-basierte (NDS) Kartendatenbank mit ausführlichen Informationen zur Straßengeometrie. Sie beinhaltet wesentlich detailliertere Informationen über Straßenobjekte und zur Punktortung als herkömmliche Karten. Diese zusätzlichen Informationen von Mapscape werden dann von Elektrobits Software für den elektronischen Horizont weiterverarbeitet. Sie erzeugt hochpräzise Positionierungsinformationen (gemäß der offenen ADASISv2-Spezifikation) sowie weitere Daten, wie beispielsweise zum seitlichen Versatz zum Mittelstreifen. Dieser elektronische Horizont wird laufend aktualisiert während das Fahrzeug sich autonom bewegt. Das EB ADASISv2 Reconstructor-Modul interpretiert die Daten und übermittelt sie an die Steuergeräte des Busses, so dass das fahrerlose Fahrzeug auf die Vorkommnisse auf der Straße vorbereitet ist und entsprechend reagieren kann. Im Notfall können Passagiere direkt das WEpods-Kontrollzentrum kontaktieren, das laufend die Sicherheit der Fahrzeuge überwacht. In der Testphase sind zusätzlich Shuttle-Begleiter an Bord, um Hilfestellung zu geben.