Sicherheit von Elektrofahrzeugen: Dekra testet Lithium-Ionen-Batterien im Brandfall

Elektro- und Hybridautos mit Lithium-Ionen-Antriebsbatterien sind im Brandfall mindestens genauso sicher wie Fahrzeuge mit konventionellem Antrieb. Das ist das Ergebnis diverser Brandversuche, die die Dekra gemeinsam mit einem Autohersteller durchgeführt hat.

„Sicherheitsfragen sind für die weitere Verbreitung der Elektromobilität ganz entscheidend”, verdeutlichte Andreas Richter, der im Dekra Competence Center Elektromobilität alle Aktivitäten des Konzerns in diesem Bereich koordiniert, mit Nachdruck dieses Thema. “Dabei spielt auch der Brandschutz eine wichtige Rolle.“

In der Versuchsreihe wurden drei Antriebsbatterien eines aktuellen Elektrofahrzeugs in Brand gesetzt und mit unterschiedlichen Löschmitteln gelöscht. Untersucht wurde, wie sich Batterien beim Brand und während des Löschens in der Praxis verhalten und welche Mengen an Löschmittel notwendig sind. Die Batterien wurden mit Benzin entzündet. Nach mehreren Minuten in den Flammen bei Temperaturen von > 800 °C begannen di e Batterien eigenständig zu brennen. Dabei war die Flammen- und Rauchentwicklung deutlich niedriger als bei brennendem Benzin. Der Überdruck, der im Inneren der Batterien durch den Brand entstand, wurde durch die eingebauten Überdruckventile nach außen abgeleitet. Dabei entstanden kleinere Stichflammen, die aber ihrerseits hinter der Intensität eines Benzinbrandes zurückblieben. Darüber hinaus ist die Gefahr, dass sich der Brand schnell ausbreitet, bei Batterien geringer. Denn anders als bei Fahrzeugen mit konventionellen Kraftstoffen wie Benzin oder Diesel können keine brennenden Flüssigkeiten wegfließen.

Wie sich brennende Antriebsbatterien löschen lassen, testeten die Experten mit unterschiedlichen Mitteln. Im ersten Versuch der Reihe bekämpften sie den Batteriebrand mit Wasser. Das funktionierte zwar, dauerte allerdings seine Zeit. Mehrere Male war das Feuer aus, flammte aber wieder auf. Das zeigt, dass nach dem eigentlichen Löschen das Fahrzeug und das Batteriegehäuse nachgekühlt werden muss. Insgesamt lässt dieser Versuch einen deutlich größeren Löschwasserbedarf erwarten, als es zum Löschen konventioneller Pkw erforderlich ist. Bei den Folgeversuchen wurden dem Löschwasser Zusätze beigemischt, um die Lösch- und Kühlwirkung zu erhöhen. Eines der beiden Löschmittel bildet in der Mischung mit Wasser ein Gel. Das bleibt auf dem brennenden Stoff haften und kühlt so deutlich besser. Der andere Löschmittelzusatz setzt die Oberflächenspannung des Wassers herab und erhöht die Verdunstungsrate. So wird auch hier die Kühlwirkung deutlich erhöht.

Unter dem Strich bleibt die Erkenntnis: Elektro- und Hybridautos mit Lithium-Ionen-Antriebsbatterien stehen im Brandfall mindestens auf dem gleichen Sicherheitsniveau wie Benzin- oder Dieselfahrzeuge.