ADAS für Lkw auf IAA Nutzfahrzeuge Bosch steigert Sicherheit im Güterverkehr

Bosch arbeitet u.a. daran, den Güterverkehr zukünftig unfallfrei, stressfrei und emissionsfrei zu gestalten. Auf der diesjährigen IAA Nutzfahrzeuge stellt der Zulieferer hierfür Lösungen vor.
Bosch arbeitet u.a. daran, den Güterverkehr zukünftig unfallfrei, stressfrei und emissionsfrei zu gestalten. Auf der diesjährigen IAA Nutzfahrzeuge stellt der Zulieferer hierfür Lösungen vor.

Auf der diesjährigen IAA Nutzfahrzuge in Hannover wird Bosch seine Neuheiten für den zukünftigen Güterverkehr zeigen. Mit Technik zur Automatisierung, Vernetzung und Elektrifizierung von Nutzfahrzeugen will der Zulieferer Effizienz und Sicherheit in der Logistik steigern.

Mit vernetzten Services, digitalen Außenspiegeln und Displays, ADAS und Lenksystemen will Bosch den Lkw-Fahrer entlasten und die Sicherheit sowie den Fahrkomfort erhöhen.

Mit einer neuen Connectivity-Plattform vernetzt der Zulieferer beispielsweise Nutzfahrzeuge über ihre gesamte Lebensdauer hinweg. Sie ist damit die technische Basis für Cloud-basierte Services, wie die vorausschauende Diagnose und Software-Updates Over-the-Air. Die Plattform besteht aus zwei wesentlichen Komponenten: Das Basis-Software-Modul ist die sichere Kommunikationsschnittstelle zwischen Fahrzeug, Cloud und Services. Mit dem Datenmanagementmodul organisieren Nutzfahrzeughersteller oder Flottenmanager die Fahrzeugdaten, analysieren sie und halten die Software auf dem aktuellen Stand.

Darüber hinaus ist die Transportgutüberwachung ein Thema: Wo ist meine Ware und wie geht es ihr? Diese Fragen stellen sich Logistiker oftmals. Der Transport Data Logger von Bosch gibt Antworten und macht die Lieferkette von Gütern transparent. Die rund zehn mal zehn Zentimeter kleine Box mit integrierten Sensoren überwacht den Transport sensibler Waren und misst unterwegs die Temperatur, Feuchtigkeit, Neigung und Erschütterung. Die Messwerte werden in einer Smartphone- oder Tablet-App angezeigt und dokumentiert. Werden bestimmte Werte überschritten, schlägt die App Alarm und mögliche Schäden an der Ware können frühzeitig erkannt und dem Verursacher zugeordnet werden.

Das Central Gateway steuert den Datenaustausch zwischen den Steuergeräten im Lkw und der Außenwelt über sämtliche Bussysteme hinweg. Es ist damit der zentrale Kommunikationsknoten für vernetzte Nutzfahrzeuge. Besonders sicher wird der Datenaustausch mit modernen Übertragungs- und Verschlüsselungstechnologien. Sie verhindern den unrechtmäßigen Zugriff auf das Fahrzeugnetzwerk mit Firewalls oder dem Intrusion Detection System der Bosch-Unternehmen ETAS und Escrypt.

Digitale Außenspiegel und Displays für mehr Sicherheit

2019 geht das digitale Außenspiegel-System Mirror Camera von Bosch und Mekra Lang in Serie. Es ersetzt die beiden großen Spiegel durch Videosensoren außen an der Fahrzeugkabine. Das reduziert den Luftwiderstand und senkt den Kraftstoffverbrauch um bis zu zwei Prozent. Dem Fahrer wird das Bild der Kameras in Echtzeit auf hochauflösenden Monitoren in der Fahrerkabine angezeigt. Je nach Situation passt das System die Darstellung auf den Bildschirmen an – weiter Blick auf der Autobahn, großer Blickwinkel im Stadtverkehr, hohe Kontraste bei Nachtfahrten. Mit dem Kamerasystem EasyFit lassen sich bestehende Lkw-Flotten mit digitalen Außenspiegeln nachrüsten. Das System basiert auf vier Ultra-Weitwinkel-Kameras, die 360 Grad um das Fahrzeug schauen.

Um die immer umfassenderen Vernetzungs-, Fahrerassistenz- und Infotainment-Ffunktionen in Lkw einfach und ablenkungsfrei zu bedienen, bringt Bosch digitale Kombiinstrumente ins Cockpit. Neben der klassischen Tachometer-Anzeige werden Funktionsanzeigen, Grafiken für die Routenplanung, Bilder der Rückfahrkamera oder des Nachtsichtgeräts auf dem Display angezeigt und je nach Fahrsituation priorisiert. Der Fahrer bekommt so die Informationen angezeigt, die er gerade benötigt.

Fahrerassistenzsysteme

Fahrerassistenzsysteme erhöhen Fahrkomfort und Sicherheit für Nutzfahrzeuge. Bosch zeigt auf der IAA u.a. Abbiegewarnung, Totwinkelerkennung, vorausschauendes Notbremssystem sowie Spurassistenten.

Gerade in Innenstädten müssen Lkw-Fahrer den Verkehr, Ampeln und Straßenschilder im Auge haben, während sie gleichzeitig auf Fußgänger und Radfahrer achten. Bei unübersichtlichen Abbiegemanövern werden sie künftig durch die Abbiegewarnung unterstützt. Radarsensoren erkennen frühzeitig querende Fußgänger und Radfahrer und alarmieren den Lkw-Fahrer vor einer drohenden Kollision, damit dieser rechtzeitig bremsen oder ausweichen kann. Zudem sind egal ob in der Stadt oder auf Autobahnen – die Bereiche neben und schräg hinter Nutzfahrzeugen für Fahrer oft schwer zu überblicken. Die Totwinkelerkennung überwacht mit Radarsensoren den Bereich seitlich neben dem Fahrzeug, erkennt andere Verkehrsteilnehmer und warnt den Fahrer. Die Funktion alarmiert auch vor drohenden Zusammenstößen beim Spurwechsel.

Systeme für eine automatische Notbremsung für Nutzfahrzeuge sind EU-weit seit Herbst 2015 für alle Lkw mit mehr als acht Tonnen zulässigem Gesamtgewicht vorgeschrieben. Bosch nutzt hierfür eine Kombination aus Multifunktionskamera und Radarsensor, die im Frontbereich des Trucks verbaut werden. Der Radarsensor erkennt Objekte vor dem Fahrzeug und bestimmt sowohl deren Geschwindigkeit als auch deren Position im Vergleich zur Bewegung des eigenen Fahrzeugs. Droht eine Kollision, wird der Fahrer gewarnt. Reagiert er nicht, leitet das System automatisch eine Notbremsung ein.

Spurassistenten sorgen auf Basis von Kameradaten dafür, dass Lkw nicht unbeabsichtigt von der Fahrspur abkommen. Die Spurverlassenswarnung alarmiert den Fahrer beispielsweise in Form eines vibrierenden Lenkrads, wenn der Lkw die Fahrbahnmarkierung zu überfahren droht. Der Spurhalteassistent hält das Fahrzeug mittels sanfter Lenkeingriffe in der Spur.