Blackbox fürs Automobil

Flugschreiber und deren Zweck kennt jeder. Doch warum sollte man den Vorteil, den Unfallhergang mit allen wichtigen Ereignissen und Parametern nachvollziehen zu können, nicht auch im Automobil nutzen? In Japan bereits ein Erfolg, könnten »Drive Recorder« bald auch in Europa die Unfallaufklärung verbessern und damit langfristig die Zahl der Unfälle verringern.

Flugschreiber und deren Zweck kennt jeder. Doch warum sollte man den Vorteil, den Unfallhergang mit allen wichtigen Ereignissen und Parametern nachvollziehen zu können, nicht auch im Automobil nutzen? In Japan bereits ein Erfolg, könnten »Drive Recorder« bald auch in Europa die Unfallaufklärung verbessern und damit langfristig die Zahl der Unfälle verringern.

INHALT:
Schnellere Schadensregulierung
Features des »S2S65A00«
Features des »S2D13513«
Features des »S2S65P10«
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Unfallspeicher oder auch Blackboxes zeichnen verschiedene Daten direkt vor einem Unfall auf und speichern diese dauerhaft ab. Die Informationen wie zum Beispiel Kamerabilder vorne/ hinten, Blinker, Geschwindigkeit oder GPS-Position lassen sich dann auswerten, um den Unfallhergang zu analysieren. Davon profitieren nicht nur Polizei, Gerichte und Versicherungen, sondern durch Schulungen lassen sich die Zahl der Unfälle sowie der Benzinverbrauch verringern. Außerdem können Fahrzeughersteller zukünftige Sicherheitssysteme aufgrund realer Unfalldaten entwickeln. Gerade die schnelle Aufklärung ist für gewerbliche Fahrzeugflotten besonders vorteilhaft, da sich Zeitverlust und Kosten durch einen Unfall reduzieren lassen. Langwierige gerichtliche Auseinandersetzungen können vermieden und Entscheidungen aufgrund von objektiven Daten getroffen werden. In Japan setzen bereits viele Taxiunternehmen mit großem Erfolg auf »Drive Recorder«.

Die Anwesenheit eines solchen Geräts führt nachweislich bereits zu einer defensiveren Fahrweise. Noch wichtiger ist das Auswerten von Unfällen, um einen Lerneffekt zu erreichen. Einige Taxiunternehmen setzen Drive-Recorder jedoch bereits zu einem weiteren Zweck ein: Das Fahrverhalten der Mitarbeiter und den daraus resultierenden Benzinverbrauch zu verbessern. In den letzten Jahren werden vermehrt »Spritspar- Kurse« angeboten. Auch Firmen nutzen solche Veranstaltungen, um den Benzinverbrauch für ihr Unternehmen zu reduzieren und Kosten sowie Ressourcen zu sparen. Mit Datenspeichern ist dies noch einfacher und effektiver realisierbar: Jeder Mitarbeiter kann sein ganz persönliches Beschleunigungs- und Bremsprofil selbst auswerten und auch anhand von Videoaufzeichnungen Situationen im Nachhinein bewerten.

Die Ergebnisse aus Japan überzeugen: So hat dort zum Beispiel das Ministry of Land, Infrastructure and Transport (MLIT) nach Studien herausgefunden, dass sich die Kosten zur Unfallaufklärung pro Fahrzeug pro Jahr mit einem Drive-Recorder um etwa 530 Euro reduzierten. Die Benzineinsparung pro Jahr wird auf durchschnittlich 10% bei Fahrzeugen mit einem solchen System geschätzt. Dies zeigt, dass sich die Investition in einen Unfalldatenspeicher bereits nach kurzer Zeit rechnet. In Japan kosten solche Systeme zum Nachrüsten derzeit zwischen 200 Euro und 650 Euro, wobei die günstigsten keinen GPS-Empfänger bieten. Der hohe Preis liegt trotz des bisherigen Erfolgs in gewerblichen Fahrzeugen an den dennoch relativ geringen Stückzahlen. Das MLIT glaubt jedoch, dass sich ab einem jährlichen Volumen von 100 000 Stück ein Preis unter 160 Euro erreichen lässt.