ika-Studie zum autonomen Fahren Bevölkerung ist aufgeschlossen

Das ika legt eine Studie vor, in der die Bevölkerung zur Nutzung autonomer Fahrzeuge befragt wurde.
Das ika legt eine Studie vor, in der die Bevölkerung zur Nutzung autonomer Fahrzeuge befragt wurde.

Eine Studie des ika beleuchtet die Anforderungen und Wünsche der Bevölkerung an autonomen Fahrzeugen. Durch eine Online-Befragung wurden die unterschiedlichen Erwartungen identifiziert. Die Mehrheit steht demnach der neuen Technik positiv gegenüber.

Die vorgestellte Studie des Instituts für Kraftfahrzeuge (ika) der RWTH Aachen liefert neue Ergebnisse zum Standpunkt der Bevölkerung gegenüber autonomen Fahrzeugen und wurde in Kooperation mit deutschen Tageszeitungen durchgeführt. Im Projekt »UNICARagil«, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), wird anhand von vier Fahrzeugkonzepten ein Baukasten aus Hardware- und Softwaremodulen für autonome Fahrzeuge entwickelt. Im Rahmen der Studie wurden die Teilnehmer zu den Erwartungen und Wünschen an die vier Fahrzeugkonzepte befragt. Ziel der Studie ist es, bereits zu Beginn der Entwicklung der Fahrzeuge, Daten zum Mobilitätsverhalten zu erhalten. Die vier Fahrzeugkonzepte sind:

  1. AUTOelfe: der private »Butler« für alle Fahrten im Alltag zu Schule, Sport und Supermarkt
  2. AUTOtaxi: ein Taxi, das per Smartphone geordert werden kann
  3. AUTOshuttle: ergänzt den ÖPNV und befördert sechs bis acht Personen, bewegt und verhält sich wie ein Schienenfahrzeug
  4. AUTOliefer: ein fahrerloses Lieferfahrzeug für die automatisierte Zustellung von Paketsendungen

Dabei waren 85 Prozent der Befragten grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber fahrerlosen Fahrzeugen. 73 Prozent erwarten weniger Staus, über 67 Prozent erhoffen sich mehr Sicherheit und 56 Prozent erwarten auch mehr Komfort durch die neue Fahrzeuggeneration.

Erwartungen variieren nach Einsatzzweck

Bei AUTOelfe wünschen sich die Befragten vier bis fünf Sitzplätze und genug Platz für den Transport großer Gegenstände, wie eines Fahrrads. Über 83 Prozent wären auch dazu bereit, mittels einer App den Mobilitätsbedarf der Familie zu koordinieren. Für einen geringeren Fahrpreis können sich 81 Prozent der Teilnehmer vorstellen, mit AUTOtaxi einen Umweg in Kauf zu nehmen, um weitere Fahrgäste mitzunehmen. Viele Befragte würden in Kauf nehmen in einem AUTOshuttle zu stehen, allerdings würden die meisten Fahrgäste die Plätze entgegen der Fahrrichtung meiden. Gleichzeitig erwarten die Studienteilnehmer präzise Informationen zu Fahrplan, Standort und Belegung – idealerweise per App. Da der Online-Handel immer mehr Bedeutung in unserem Leben einnimmt, wäre der Dienst des AUTOliefer sehr gefragt. Über die Hälfte der Studienteilnehmer hat Interesse an Spät- oder Nachtlieferungen durch das AUTOliefer-Fahrzeug, solange sie die Pakete nicht persönlich annehmen müssten. Nicht verwunderlich ist, dass die meisten an einer automatisierten Abholung von Retouren interessiert sind. Projektleiter Timo Woopen betont, dass die Ergebnisse der Studie bei der Konzeption der vier Fahrzeuge Berücksichtigung finden. Die vollständigen Ergebnisse können unter www.unicaragil.de heruntergeladen werden.