Studie vom Fraunhofer ISI Autonome Fahrzeuge haben positive Umweltauswirkungen

Solche Bilder sollen bald der Vergangenheit angehören – Staus, Abgase und Lärm auf deutschen Straßen. Eine Studie vom Fraunhofer ISI belegt nun die positiven Umweltauswirkungen autonomer Fahrzeuge.
Solche Bilder sollen bald der Vergangenheit angehören – Staus, Abgase und Lärm auf deutschen Straßen. Eine Studie vom Fraunhofer ISI belegt nun die positiven Umweltauswirkungen autonomer Fahrzeuge.

Durch automatisiertes und vernetztes Fahren soll ein Wandel des Verkehrs hin zu einem kostengünstigen, flexiblen und klimaschonenden Verkehrssystem erfolgen. Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI hat den Einfluss durch autonome Autos analysiert.

Mit der Einführung autonomer Kraftfahrzeuge sollen sich viele Probleme des heutigen Verkehrs lösen lassen: kostengünstiger, schneller und flexibler – ohne Staus, mit hoher Erreichbarkeit, ohne Unfälle und mit geringen Emissionen. Die Experten sind sich jedoch uneinig, ob die Idealvorstellung tatsächlich eintreten wird. Das Fraunhofer ISI untersuchte nun, wie sich das autonome Fahren auf die Treibhausgasemissionen auswirkt. Die Studie »Energie- und Treibhausgaswirkungen des automatisierten und vernetzten Fahrens im Straßenverkehr« entstand im Rahmen der Mobil- und Kraftstoffstrategie des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), die in Zusammenarbeit mit weiteren Partnern erstellt wurde.

Für acht Fahrzeugtypen wurden die Minderungspotenziale der Treibhausgasemissionen ermittelt, indem sie den Markthochlauf für fünf Automatisierungsstufen abschätzten – vom assistierten bis zum fahrerlosen Fahren. Dafür untersuchten die Wissenschaftler anhand von Literaturanalysen und Stakeholderdialogen die technische Machbarkeit der Automatisierung, die Entwicklung der Produktionskosten und Nutzerpreise der Technik sowie die Akzeptanz und Mehrpreisbereitschaft bei Käuferinnen und Käufern.

Hohe Marktdurchdringung bei Nutzfahrzeugen und Bussen

Die Berechnungen zeigen besonders für Lkw und Busse eine schnelle Marktdurchdringung: Bis 2050 werden bis zu 90 Prozent Anteil an fahrerlosen Lkw und bis zu 75 Prozent an fahrerlosen Bussen erwartet. Ein wichtiger Grund: Zwar gibt es höhere Investitionskosten durch den Einbau der Technik für Automatisierung und Vernetzung, die Kosten für Fahrer, Versicherungen und Kraftstoffe sinken aber deutlich. Möglich sind bis zu 33 Prozent Kostenersparnis pro gefahrenen Kilometer.

Im Gegensatz dazu, sind die Ergebnisse des Markthochlaufs im Bereich der Pkw eher verhalten: Bis 2050 beschränkt sich der Marktanteil fahrerloser Kraftfahrzeuge auf 7 Prozent des Bestands. Grund seien zu hohe Kosten, die die Käufer von Mittelklasse- oder Kleinwagen nicht bereit sind zu bezahlen.

Einsparung von 7,8 Mt CO2-Äquivalenten

Unter Berücksichtigung des steigenden Anteils elektrifizierter Kraftfahrzeuge sinken die Treibhausgasemissionen im deutschen Straßenverkehr im Vergleich ohne elektrifiziertes Fahren um 7,6 Prozent. Das entspricht 7,8 Mt an CO2-Äquivalenten.

Laut der Studie führt die fortschreitende Automatisierung im Straßenverkehr zu steigenden Fahrleistungen auf der Straße, die jedoch durch die hohen Effizienzpotenziale überkompensiert werden. Größere Einsparpotenziale lassen sich allerdings ausschließlich mit Mobilitätsdienstleistungen erzielen. Wichtig ist in dem Zusammenhang, dass sich der Verkehr durch die Vorteile der Automatisierung nicht vom öffentlichen hin zum Individualverkehr verlagert – denn dann könnten die zusätzlichen Fahrten die positive Wirkung der Einspareffekte überlagern (Rebound-Effekt).