2. Platz des GCDC-Wettbewerbs »AnnieWAY« hängt (fast) alle ab

Das Team »AnnieWAY« meistert das überqueren einer Kreuzung in Abstimmung mit anderen Fahrzeugen.
Das Team »AnnieWAY« überquert eine Kreuzung in Abstimmung mit anderen Fahrzeugen.

Zehn Forschergruppen sind bei der Grand Cooperative Driving Challenge (GCDC) mit ihren vernetzten und autonomen Autos angetreten. Das Team »AnnieWAY« des Forschungszentrums Informatik (FZI) und des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) belegte in dem Wettbewerb den zweiten Platz.

Vernetzte und autonome Autos könnten helfen Unfälle sowie Staus zu vermeiden und den Kraftstoffverbrauch zu verringern. Um autonomes Fahren im täglichen Straßenverkehr bald zu verwirklichen, wurde im Rahmen der Dutch Technology Week und des Projekts I-GAME zum zweiten Mal die Grand Cooperative Driving Challenge veranstaltet. Im Mai traten zehn Forschergruppen mit ihren autonomen und vernetzten Fahrzeugen bei dem Wettbewerb auf der A270 zwischen Helmond und Eindhoven in den Niederlanden gegeneinander an. Die Fahrzeuge der Teams mussten ihr Können unter Beweis stellen: Sie mussten sich autonom im Reißverschlussverfahren in eine Fahrzeugkolonne einfädeln, sich beim Überfahren einer Kreuzung untereinander abstimmen und am Straßenrand entlang fahren, um eine Rettungsgasse für ein heranfahrendes Rettungsfahrzeug zu bilden. Dabei fuhren die Fahrzeuge gleichzeitig im Verbund und koordinierten ihre Manöver kooperativ über eine funkbasierte Vehicle2Vehicle-Kommunikation. Eine Fachjury bewertete außerdem das Konzept für das Human-Machine-Interface. Das Konzept des Teams »AnnieWAY« konzentriert sich auf die Visualisierung der Sensor- und Systemdaten.

Das schwedische Team der Halmstad University konnte mit ihrem benutzerfreundlichen System die notwendigen Punkte für den Gesamtsieg erzielen. Dritter wurde das schwedische KTH Truck Team. Das Team »AnnieWAY« des Forschungszentrums Informatik (FZI) und des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) nahm bereits 2007 bei der amerikanischen DARPA Urban Challenge erfolgreich teil. Beim ersten GCDC-Wettbewerb 2011 erreichten sie den ersten Platz, konnten ihren Titel 2016 jedoch nicht verteidigen und landeten auf dem zweiten Platz. »Die GCDC war eine intensive und spannende Woche, in der wir viel lernen konnten und gemerkt haben, dass wir in vielen Punkten auf dem richtigen Weg sind«, beschreibt Ömer Sahin Tas, wissenschaftlicher Mitarbeiter am FZI den Wettbewerb. Bereits ab Mitte Mai bereiteten sich die teilnehmenden Teams auf abgesperrten Straßen in Helmond auf die bevorstehenden Aufgaben vor. Außerdem nutzen sie die Zeit, um die Kommunikation und Kooperation ihres Forschungsfahrzeugs »BerthaOne« – einer umgebauten Mercedes E-Klasse – mit den Fahrzeugen der neun anderen Teams zu testen.

Seit Anfang 2015 bereiteten die Wissenschaftler des FZI und KIT das Forschungsfahrzeug »BerthaOne« auf die Herausforderungen des Wettbewerbs vor. Dazu stellten sie ihr Fahrzeug auf eine neue Software-Struktur basierend auf dem Robot-Operating-System um. Damit schufen sie eine vielseitig einsetzbare Plattform für das autonome Fahren, auf der die kooperativen Algorithmen aufbauten. Als Versuchsträger im FZI Living Lab Automotive ist »BerthaOne« mit Sensoren und Techniken zur videobasierten Lokalisierung ausgestattet. In der Vorbereitung des Wettbewerbs nutzte das Team auch das Forschungsfahrzeug CoCar des FZI sowie ein Forschungsfahrzeug des KIT und stattete sie mit Vehicle2Vehicle-Kommunikation aus, um die Kommunikation von Fahrzeug zu Fahrzeug bereits vorab ausführlich zu testen.