Elektromobilität auf dem Vormarsch 626,6 km mit einer Batterieladung

Radnaben-Direktantrieb mit eisenfreien Erregerwicklungen

Das Erfolgsgeheimnis des Schluckspecht IV E, einer Variante der vierten Versuchsfahrzeuggeneration, basiert auf einem Antriebskonzept mit Radnabenmotoren, das die Hochschule Offenburg in Zusammenarbeit mit der Stuttgarter Ingenieurgesellschaft Evomotiv entwickelt hat. Inklusive der zwölf Lithium-Ionen-Akkupacks wiegt das Fahrzeug rund 320 kg und wird über zwei Radnabenmotoren mit jeweils 42 Polen und 2 kW Spitzenleistung angetrieben. Es ist als Weiterentwicklung aus der Fahrzeugvariante Schluckspecht City hervorgegangen und im Hinblick auf einen hohen Wirkungsgrad mit bürstenlosen Gleichstrommotoren ausgestattet. Bei diesem Motortyp trägt der Rotor Permanentmagnete, während sich auf dem Stator die Erregerwicklungen befinden.  Eine Besonderheit des Schluckspecht-Motors ist der eisenfreie Aufbau von Stator und Erregerspulen. Bei dieser Variante gibt es keinerlei Rastmomente, wie sie bei einem konven- tionellen, nicht eisenfreien Aufbau auftreten würden. Periodische Rastmomente führen zu mechanischen Schwingungen sowie Drehzahlschwankungen und verschlechtern den Wirkungsgrad. Ein entscheidender Vorteil - neben einem höheren Anlaufmoment und einem geräuschärmeren Betrieb - ist jedoch, dass das Rad im stromlosen erregungsfreien Motorzustand nahezu verzögerungsfrei dreht und auf eine Trennkupplung samt Getriebe, Differenzial usw. verzichtet werden kann. Da die Direktantriebe den Vortrieb exakt dort erzeugen, wo er benötigt wird, erreicht das System einen Wirkungsgrad bis zu 98 Prozent. Dieses Motorkonzept ist im Jahr 2006 mit dem Bosch-Innovationspreis ausgezeichnet worden.